Detailansicht

Logo: wissenschafftzukunft kiel
Logo: Landeshauptstadt Kiel
DetailansichtDetailansicht
Logo: wissenschafftzukunft kiel

Überbrückungshilfe: Studentenwerk SH zieht positive Bilanz

Gestern wurde der vorerst letzte Antrag auf Überbrückungshilfe der Bundesregierung für Studierende in pandemiebedingter Notlage im Studentenwerk Schleswig-Holstein bearbeitet. Geschäftsführerin Susann Schrader zieht Bilanz.

„Bis Ende September 2020 sind beim Studentenwerk Schleswig-Holstein 5.561 Anträge auf Überbrückungshilfe eingegangen. In rund 65 % der Anträge erfolgte eine Förderung. Das sind in absoluten Zahlen 3.630 angenommene Anträge“, fasst Schrader zusammen.
„Somit konnte Studierenden, die infolge der Pandemie ihren Nebenjob verloren hatten oder von ihrer Familie nicht mehr finanziell unterstützt werden konnten, 3.630 Mal geholfen werden – mit fast 1,6 Millionen Euro nicht rückzahlbarem Zuschuss. Damit sind wir alles in allem sehr zufrieden.“
 
Durchschnittlich wurden die Studierenden mit 434 Euro pro Monat unterstützt. Überwiegend wurde die Höchstsumme von 500 Euro ausgezahlt. Die Mehrzahl der Studierenden profitierte drei bis vier Monate von der Überbrückungshilfe. „Wir haben viele nette E-Mails erhalten, in denen sich die Studierenden für die schnelle Beantwortung ihrer Fragen und die Bearbeitung ihres Antrags bedankt haben“, berichtet die Geschäftsführerin.
 
Für die Antragsbearbeitung hat das Studentenwerk SH innerhalb kürzester Zeit ein 70-köpfiges Team zusammengestellt, das sich ebenfalls in kürzester Zeit inhaltlich eingearbeitet und ein neues Online-System bedienen gelernt hat.

Über vier Monate, ohne vorherige Testphase, hat das Team tausende Anträge gewissenhaft, gründlich und nach bundesweit einheitlichen Vorgaben geprüft und bearbeitet. „Das war ein immenser Stresstest und Kraftakt, den wir aber zum Wohl der Studierenden gerne und aus Überzeugung geleistet haben“, so Schrader.
 
Ablehnen musste das Studentenwerk SH ein gutes Drittel, rund 35 Prozent der Anträge. Keine Ablehnung ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leichtgefallen. Ihnen war jederzeit klar, dass hinter den Anträgen Menschen in einer Notlage stehen.

Daher hat das Studentenwerk auch in rund 61 Prozent der Anträge, also in 3.416 Fällen, bei den Antragstellenden zum Teil mehrfach Informationen oder Unterlagen nachgefordert, um den Studierenden so die Möglichkeit zu geben, ihre Erfolgschancen auf Überbrückungshilfe zu erhöhen. Leider haben die Studierenden in 44 Prozent dieser Fälle nicht auf die Nachfrage reagiert.
 
Die Beschäftigten waren bei der Antragsbearbeitung an die Förderkriterien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gebunden. Wenn Studierende zwar in einer finanziellen Notlage waren, diese aber schon vor der Pandemie bestand, griff die Förderung nicht.

„Die Überbrückungshilfe kann und konnte keine reguläre Studienfinanzierung ersetzen. Sie war als kurzfristig angebotenes Instrument konzipiert. Für eine dauerhafte Finanzierung des Studiums muss dagegen die staatliche Studienfinanzierung grundlegend reformiert werden“, sagt Schrader.
 
In den Monaten Juni, Juli, August und September konnten Studierende an staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland zur Linderung von pandemiebedingten Notlagen eine Überbrückungshilfe in Form eines Zuschusses beim regional zuständigen Studierenden- bzw. Studentenwerk beantragen.

Für das Projekt stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung, von denen bisher rund 65 Millionen Euro ausbezahlt wurden. Aufgrund des sich inzwischen verbesserten Beschäftigungsangebots für Studierende und des Rückgangs der Antragszahlen ruht die Überbrückungshilfe derzeit.


Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske