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kulturgrenzenlos erhält Hochschul-Integrationspreis 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung und DAAD fördern die Kieler Initiative mit 10.000 Euro

In der Kategorie „Brücke in die Gesellschaft“ hat der gemeinnützige Verein „kulturgrenzenlos“ den erstmalig vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ausgelobten „Hochschul- und Integrationspreis für herausragendes Engagement zur Integration studierfähiger Flüchtlinge“ gewonnen. Die Hochschulgruppe an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist ein interkulturelles Begegnungsprojekt zwischen jungen Menschen in Kiel, das sich durch zahlreiche Projekte für ein solidarisches und friedliches Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund einsetzt.

Mit dem Preis möchte der DAAD das außergewöhnliche Engagement der Hochschulen würdigen, besonders innovative und erfolgreiche Projekte und Initiativen sichtbar machen, Vorhaben mit Modellcharakter identifizieren und zur nachhaltigen Weiterentwicklung ermutigen. In der Kategorie „Brücke in die Gesellschaft“ soll den Einsatz der Hochschulen und Studierenden im Rahmen der Flüchtlingsprogramme betrachtet werden, das weit über die Kernaufgaben Forschung und Lehre hinausgeht. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass sich insbesondere Geflüchtete durch ihren vielfältigen Einsatz für die Gesellschaft vor Ort als selbstwirksame Akteurinnen und Akteure erleben, in der Aufnahmegesellschaft sichtbar sind und als Vorbilder auch jenseits des Kontextes „Flucht“ wahrgenommen werden.

Diese Idee war der Ursprung von kulturgrenzenlos e.V. Im Kurs „Changemakers and Social Entrepreneurs” im Wintersemester 2014/15 haben sie Teilnehmende an der Universität Kiel entwickelt und im Sommersemester 2015 als studentische Initiative umgesetzt. 2016 wurde daraus ein gemeinnütziger Verein und seit März 2018 ist kulturgrenzenlos eine anerkannte Hochschulgruppe und konnte im Laufe der letzten sechs Jahre zu einer immer größer werdenden Organisation in Kiel heranwachsen. Mittlerweile wird der Verein von einem jungen Team aus etwa 35 Menschen mit und ohne Fluchthintergrund haupt- und ehrenamtlich organisiert. Der Titel der DAAD-Kategorie „Brücke in die Gesellschaft“ scheint dabei wie für den Verein gemacht, denn kulturgrenzenlos ist auch als Veranstalter beziehungsweise Kooperationspartner in verschiedenen Bereichen der Universität Kiel aktiv: Seit Januar 2019 wurden monatliche Sprach- und Frauencafés in Zusammenarbeit mit dem International Center angeboten. Dort kommen seitdem Studierende aus Kiel mit und ohne Fluchthintergrund bei einem interaktiven Programm zusammen. Als Partner in den Seminaren „Global denken und lokal handeln in Kiel” und „Intercultural Learning Through Multicultural Teamwork” am Zentrum für Schlüsselqualifikation der CAU können geflüchtete und nicht geflüchtete Studierende über ihr Engagement bei kulturgrenzenlos berichten und andere motivieren sich aktiv einzubringen. „Kulturgrenzenlos ist ein unentbehrlicher Partner im Rahmen unserer Aktivitäten für geflüchtete Studierende. Mit den vielfältigen Angeboten leistet das engagierte Team einen immens wichtigen Beitrag zur Integration von internationalen Studierenden mit und ohne Fluchthintergrund auf dem Campus und schafft zugleich Möglichkeiten für Begegnung und Austausch mit Menschen aus Kiel. Daher freuen auch wir uns sehr über diesen Preis“, sagt Dr. Martina Schmode, Leiterin des International Center der CAU.

„Wir treffen uns beispielsweise auch zum Sport, Kochen oder zum fröhlichen Beisammensein. Pandemiebedingt haben wir einige Veranstaltungen in den digitalen Raum verlegt und organisieren auch interkulturelle Online-Events“, sagt Jana Nau, Co-Founder und Projektkoordinatorin bei kulturgrenzenlos e.V. „Unser ganzes Team freut sich riesig über die tolle Auszeichnung! Mit dem Preisgeld möchten wir eine mobile Street-Food-Kochstation anschaffen, um neue Räume für einen interkulturellen Austausch zwischen Hochschule und Gesellschaft zu erschließen. Die Kochstation soll sowohl auf dem Campus als auch an verschiedenen Plätzen in der Stadt Kiel zum Essen, Schnacken und zu einem Perspektivwechsel einladen und junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund zusammenbringen."
 

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske
Foto rechts und Swiper: Katharina Theune, kulturgrenzenlos