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Antike Schätze im neuen Gewand

18.02.2019

Digitales Münzkabinett der Antikensammlung zu Kiel jetzt online

Das Münzkabinett der Kieler Antikensammlung, die dem Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) untersteht, umfasst über 1.500 originale antike Münzen. Sie stammen unter anderem aus Athen, Pergamon und Rom.

Zudem enthält die Sammlung hunderte Nachbildungen aus Schwefelpaste oder Metall. Unter Mitwirkung von Studierenden und auf Basis einer internationalen Kooperation ist ein moderner Onlinekatalog entstanden, der seit Januar die ersten 308 Einträge dieser bislang unbekannten Stücke enthält.

Die digitale Münzsammlung wird am Mittwoch, 20. Februar, um 18.30 Uhr in der Kunsthalle zu Kiel der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Einblicken in die Sammlungsgeschichte erhalten Interessierte Informationen zu ausgewählten Münzen in Kurzvorträgen. Der Eintritt ist frei.


Warum ein Kieler Münzgeschenke des dänischen Königs verwaltete
Den Grundstock der Sammlung bildet die Stiftung des als Mäzen und Kunstförderer bekannten dänischen Königs Christian VIII. im September 1840. Der König betraute den Professor für Altertums­wissenschaften und Philologie in Kiel, Peter Wilhelm Forchhammer, mit der Aufsicht eines Schrankes, der 2.568 Münzen beherbergte.

Dieser Schenkung gingen bereits seit den 1830er Jahren Münzgeschenke an den König seitens Forchhammers voraus, der diese Münzen von seiner intensiven Reisetätigkeit im Mittelmeerraum mitbrachte. Bis zu seinem Tod 1894 gelang es ihm, den Bestand durch den Erwerb weiterer Originale und Nachbildungen zu vergrößern und reichhaltige Korrespondenzen mit Sammlungen, Händlern und Numismatikern, also Personen, die sich mit Münzen befassen, zu pflegen.

Aus einer Bestandsliste im Juli 1908 gehen 2.570 erfasste antike Münzen, 1.510 Nachbildungen sowie eine unbestimmte Menge mittelalterlicher und neuzeitlicher Originalstücke hervor. Letztere wurden mit Verfügung des Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten vom 14. April 1913 an das Kunsthistorische Institut in Kiel überwiesen. So nahm das an das Archäologische Seminar angegliederte Münzkabinett endgültig den Charakter einer auf die Antike spezialisierten Lehrsammlung an.


Antike zum Anfassen
Das Wissen um den Verbleib vieler weiterer Sammlungsstücke ging mit der Zeit verloren. Umso erfreulicher ist es, dass die Archäologiestudierenden der CAU Zugriff auf einen Teil der Münzsammlung in Form einer Lehrsammlung haben, die heute noch regelmäßig in Seminare der Klassischen Archäologie eingebunden wird.

Dank dieser Lehrsammlung werden antike Geschichte und Bilderwelt greifbarer. Außerdem wurden die Studierenden an der Erstellung des Digitalen Münzkabinetts aktiv beteiligt, indem sie von Anfang an bei allen Arbeitsschritten mitwirkten – von der Fotografie über das Messen, Wiegen und Bestimmen der Objekte bis hin zur Dateneingabe und Veröffentlichung.


Weltweiter Zugriff auf das Digitale Münzkabinett
Der digitale Katalog wurde im Zuge der Förderlinie „Vernetzen - Erschließen - Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Realisiert wurde das Projekt im Rahmen des geförderten Forschungs- und Digitalisierungsverbundes „Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland“ (NUMiD) in Kooperation mit dem Berliner Münzkabinett.

Die Kieler Stücke sind einerseits mit den über 30 universitären Sammlungen des Verbundes, andererseits direkt mit den Beständen renommierter Münzsammlungen weltweit vernetzt. Dazu zählen beispielsweise die in New York, Paris, Oxford und London. Mitarbeitende der Klassischen Archäologie und der Kustos der Antikensammlung, Dr. Manuel Flecker, planen zudem, einen Teil der Münzsammlung zu einem späteren Zeitpunkt wieder dauerhaft in das Ausstellungskonzept der Kieler Antikensammlung zu integrieren.


Das Wichtigste in Kürze:
Was? Vorstellung des Digitalen Münzkabinetts der Antikensammlung zu Kiel
Wann? Mittwoch, 20. Februar, um 18:30 Uhr
Wo? Kunsthalle zu Kiel, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Zum Digitalen Münzkabinett der Antikensammlung zu Kiel
Mehr über das Projekt NUMiD

 

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske
Fotos rechts: Institut für Klassische Altertumskunde