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Stadt und Studentenwerk: Gemeinsam für mehr studentisches Wohnen

14.10.2019

In Kiel entstehen mehr als 2000 neue Wohnungen für Studierende

Tausende Erstsemester-Studierende beginnen oder haben in diesen Tagen an der Christian-Albrechts-Universität, an der Fachhochschule Kiel, an der Muthesius Kunsthochschule oder an der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein ihr Studium begonnen. Die meisten von ihnen wollen hier nicht nur studieren, sondern auch bezahlbar wohnen. Um ihnen und allen anderen rund 36.000 Studierenden in Kiel das zu ermöglichen, haben in den letzten Monaten intensive Gespräche zwischen Baudezernentin Doris Grondke und Studentenwerk-Geschäftsführerin Susann Schrader stattgefunden, um die jeweiligen Aktivitäten zur Schaffung studentischen Wohnraums zu koordinieren.
 
Ein erster Vorschlag der Stadt betraf das Grundstück des maroden RBZ-Hochhauses am Schützenpark/Ecke Westring sowie eine angrenzende Fläche der Berufsschule in der Gellertstraße. „Wir haben diese Fläche vorgeschlagen, da wir die Lage – innenstadt- und universitätsnah – für das Studentenwerk ideal finden“, erläutert Baudezernentin Grondke.
 
Nach einer eingehenden Prüfung der angebotenen Flächen durch das Studentenwerk erwiesen sich diese jedoch für den Wohnheimneubau für das Studentenwerk als nicht wirtschaftlich. Gründe hierfür sind unter anderem nach derzeitigem Stand kostenintensive Schallschutzmaßnahmen sowie die erforderlichen Kosten für den Abbruch der bestehenden Gebäude. „Wir bauen zu 100 Prozent mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung, um Studierenden preiswerte Mieten zu ermöglichen. Dies lässt sich auf den angebotenen Flächen zu unserem Bedauern für das Studentenwerk nicht umsetzen. Dennoch sind wir der Stadt für ihre bisherigen Bemühungen sehr dankbar“, erklärt Schrader.
 
Das Studentenwerk realisiert zeitnah ein neues siebengeschossiges Wohnheim in der Feldstraße 16. Die entstehenden 46 Zimmer seien jedoch laut Schrader nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Mit seinen aktuell 1.936 Wohnheimplätzen in Kiel könne das Studentenwerk gerade einmal 5,4 Prozent der Studierenden eine günstige Unterkunft bieten. „Wir finanzieren uns aus Studierendenbeiträgen und sind daher auf die Bereitstellung günstiger Grundstücke von Stadt und Land angewiesen.“
 
Ein weiteres Projekt für studentisches Wohnen wird auf der landeseigenen Fläche am Bremerskamp entwickelt. Hier planen GMSH, Stadt und Universität aktuell eine Erweiterung des Campusbereichs. Grondke hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass neben neuen Forschungs- und Lehrgebäuden auch Studierendenwohnheime integriert werden. Voraussichtlich in zwei Jahren kann mit dem Bau begonnen werden. Nach erster Schätzung können hier bis zu 390 Wohnheimplätze entstehen.
 
Darüber hinaus prüft das Studentenwerk eine mögliche Bebauung in der Leibnizstraße. Hier könnten, je nach zulässiger Geschosszahl, circa 90 bis 120 Wohnheimplätze gebaut werden.
 
Die Gespräche der Stadt mit weiteren Investoren, die bereit sind, studentischen Wohnraum zu schaffen, sind vielfach erfolgreich verlaufen. In den kommenden Jahren werden in Kiel mindestens 2000 Wohnungen für Studierende entstehen, davon mindestens 1300 mit öffentlicher Förderung, wodurch niedrige Mieten gewährleistet werden können.
 
Zum Grundstück am RBZ ist die Stadt mit anderen Vorhabenträgern in Gesprächen. Aufgrund des hohen Bedarfs im schulischen Bereich prüft die Stadt parallel eine Kombination von Schule und Wohnen auf dem Areal. Wenn sich die Planungen konkretisieren, soll das Grundstück ausgeschrieben oder durch die KiWoG selbst entwickelt werden. Im Bereich von Kiel.Science.City sind neben den konkreten Projekten des Studentenwerks perspektivisch zusätzlich 500 Plätze, öffentlich gefördert und frei finanziert, möglich und zum Teil schon geplant.
 
In verschiedenen Bereichen Kiels werden mehr als 1300 geförderte Wohnungen entstehen. Kurz vor Baubeginn oder bereits im Bau sind Häuser in der Feldstraße (46 Wohneinheiten/WE) und in der Ludwig-Meyn-Straße (153 WE). In Planung sind beispielsweise Bauvorhaben im Campus-Quartier am Bremerskamp (mindestens 300 WE), in der Gaardener Hügelstraße (50 WE), in der Gellertstraße (200 WE), an der Hörn (105 WE), in der Kaiserstraße (170 WE), und am Torfmoorkamp (150) sowie auf dem Gelände der Alten Mu am Lorentzendamm (140 WE).
 
Darüber hinaus sind unter anderem in den Stadtteilen Brunswik, Wik, Südfriedhof, Gaarden-Ost und Neumühlen-Dietrichsdorf mindestens 700 frei finanzierte Wohnungen speziell für Studierende im Bau oder geplant.
 
Baudezernentin Grondke: „Die Entwicklung von neuen Wohnprojekten ist neben dem Bau von Bildungseinrichtungen enorm wichtig. Es geht in den nächsten Jahren darum, bezahlbaren Wohnraum im gesamten Stadtgebiet zu schaffen. Wir werden uns auch zukünftige eng mit dem Studentenwerk austauschen, um weitere adäquate Flächen zu finden und studentisches Wohnen zu realisieren.“