Detailansicht

Logo: wissenschafftzukunft kiel
Logo: Landeshauptstadt Kiel
DetailansichtDetailansicht
Logo: wissenschafftzukunft kiel

Sechseckbau bis auf Weiteres teilweise gesperrt

01.10.2019

Aufgrund von gravierenden Brandschutzmängeln musste das Studentenwerk Schleswig-Holstein seinen Theaterbetrieb in dem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Unicampus kurzfristig einstellen. Der Infopoint und das Café im Erdgeschoss sind nicht betroffen.

Seit 1966 bot der Sechseckbau mit seiner Studiobühne und seinem rund 100 Sitzplätze umfassenden Zuschauersaal theaterbegeisterten Studierenden die Möglichkeit, Theaterstücke semiprofessionell zu inszenieren und vor Publikum aufzuführen. Auch weitere studentische Kulturveranstaltungen, wie Lesungen, Konzerte, Hörspiel- und Filmabende, sowie Workshops fanden hier regelmäßig statt. Nun ist der Betrieb vorerst auf Eis gelegt. Der Theaterbereich darf nicht mehr betreten werden.

„Es hat sowohl uns als auch die Studierenden völlig unvorbereitet getroffen“, beschreibt Studentenwerk-Geschäftsführerin Susann Schrader die aktuelle Situation. „Der Sechseckbau ist das Herzstück unserer studentischen Kulturarbeit und wir bedauern die Schließung des Theaters sehr. Auch werden sicher viele Kielerinnen und Kieler die Besuche im Sechseckbau vermissen.“ Die Sicherheit der Studierenden und Gäste sei jedoch nicht mehr gewährleistet und die stehe für Schrader an erster Stelle. 

Bei einer brandschutztechnischen Prüfung Anfang September hatte die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), die für die Bewirtschaftung der Landesliegenschaft verantwortlich ist, erhebliche Mängel festgestellt. Unter anderem aufgrund defekter Rettungswegkennzeichen und einer fehlenden Brandmeldeanlage empfahl die GMSH die Schließung der Obergeschosse sowie des Garderobenbereichs im Kellergeschoss. Dieser Empfehlung kam das Studentenwerk umgehend nach. Der Infopoint und das Café im Erdgeschoss können gefahrlos weiterbetrieben werden. 

Weitere Untersuchungen ergaben, dass es mit Einzelmaßnahmen nicht getan ist. „Es ist notwendig, ein umfassendes Brandschutzkonzept zu erstellen“, erklärt Schrader. „Die gesamte Technik muss überprüft und auf den neuesten Stand gebracht werden.“ Teile der Gebäudetechnik, wie die Lüftungsanlage, stammen noch aus dem Fertigstellungsjahr des Sechseckbaus, 1966. Zudem müsse mindestens einer der beiden Treppenräume vom Foyer baulich abgetrennt werden. Eine komplette Innensanierung sei laut Schrader nicht mehr abzuwenden.
 
Die Geschäftsführerin befürchtet, dass die Sanierung inklusive Bestandsaufnahme, Konzepterstellung, Absprache mit dem Denkmalamt, Aufbringung der Kosten, Ausschreibungen und Bautätigkeiten drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird. Besonders die Finanzierung sei ein Knackpunkt. „Wir finanzieren uns zu einem Großteil aus Studierendenbeiträgen und können die notwendigen Mittel für eine Komplettsanierung alleine nicht aufbringen. Wir sind auf die Unterstützung des Landes angewiesen.“
 
Zurzeit arbeitet das Studentenwerk an einer Übergangslösung. Im Großen Speisesaal im ersten Obergeschoss der Mensa I am Westring soll in den nächsten zwei Wochen eine sieben mal sechs Meter große Ersatzbühne aufgebaut werden. „Es steht dann zwar weniger Platz für Mensagäste und externe Veranstaltungen zur Verfügung“, sagt Schrader, „aber es gibt keine andere Möglichkeit. Studentische Kulturarbeit gehört genauso wie Essen, BAföG, Wohnen und Beratung zu unseren zentralen Aufgaben und muss aufrechterhalten werden.“
 
Das für Ende Oktober/Anfang November geplante Theaterstück „Radio Nightmare“ muss aufgrund der kurzfristigen Schließung des Theatersaals im Sechseckbau und der fehlenden Probenmöglichkeit leider ausfallen, wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Der für den 18. Oktober um 20 Uhr geplante Improtheater-Abend sowie alle nachfolgenden Veranstaltungen, inklusive des diesjährigen Weihnachtsmärchens, finden auf der Ersatzbühne im Großen Saal statt.

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske