Detailansicht

Logo: wissenschafftzukunft kiel
Logo: Landeshauptstadt Kiel
DetailansichtDetailansicht
Logo: wissenschafftzukunft kiel

Land plant Ideenschmiede für visionären ÖPNV in Schleswig-Holstein

28.01.2020

Breiter Schulterschluss für einen autonomen und klimaneutralen ÖPNV in Schleswig-Holstein: Wissenschaftler von Kieler Hochschulen und des Fraunhofer-Instituts für graphische Datenverarbeitung (IGD) arbeiten mit einem Firmenkonsortium daran, eines Tages rund um die Kieler Förde autonom fahrende Buslinien mit autonom fahrenden Personenfähren zu kombinieren.

Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, werde das Land das Projekt mit absehbar einer halben Million Euro fördern. Er habe den Projektträgern bereits grünes Licht für den Aufbau des nötigen Netzwerks gegeben. „Unser gemeinsames Ziel ist es, zukünftig mehr Menschen dazu zu bringen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und damit die Umwelt und vor allem Menschen in der Stadt zu entlasten“, sagte er. 

Das Mobilitäts-Projekt trägt den Namen „CAPTin Kiel" (Clean Autonomous Public Transport). Neben den Hochschulen und Branchenriesen wie TKMS, Raytheon Anschütz oder die Raffinerie in Heide ist auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren Gesellschaften Partner im Verbund.

„Wir alle sind überzeugt, dass diese Idee enormes Potential für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in sich birgt. Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz auch als Beitrag zu einer Green Economy“, sagt Buchholz. Das Projekt sei eine Plattform zukunftsweisender Innovationsprojekte im Bereich der Mobilität. „Die Vision ist ein mehr und mehr durch autonome Lösungen geprägtes urbanes Mobilitätssystem, das sicher, schadstofffrei und klimafreundlich ist, weil es den Individualverkehr deutlich reduziert und die Verkehrsträger zu Land und zu Wasser intelligent miteinander verbindet."

Auch der Präsident der Kieler Universität, Lutz Kipp, sieht wirtschaftlich wie wissenschaftlich ein riesiges Potenzial: „Das Netzwerk CAPTin Kiel wird Basis sein für den Transfer innovativer Forschungsergebnisse und Designentwürfe in die Wirtschaft, die neue Technologien für den Weltmarkt etablieren kann. Wir freuen uns sehr, dass das Land das Projekt von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt unterstützt. Es verbindet Digitalisierung und Mobilität mit den Stärken des Wissenschafts- und Industriestandortes“, so Kipp. Schon jetzt rufe es Interesse in aller Welt hervor. Die Technologie könnte ein neuer Exportschlager des Nordens werden, so Kipp.
                                              
Aktuell wird von den Forschern mit Unterstützung des Bundes ein digitales Testfeld an und auf der Kieler Förde vorbereitet. Die beteiligten Unternehmen der maritimen Wirtschaft, Werften und Zulieferer, planen zudem den Bau eines Schiffes als Versuchsträger auf der Grundlage von Designstudien der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Für den Antrieb der Busse und Personenfähren soll grüner Wasserstoff, gewonnen aus Windstrom in Schleswig-Holstein, verwendet werden.

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske
Fotos rechts: Muthesius Kunsthochschule