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Kostenlose Lernmaterialien zu Meeressäugern vorgestellt

21.08.2019

Abschlusstreffen des Horizon 2020-Projektes „Marine Mammals“ in Kiel

Vom 20. bis 22. August findet in der Kieler Forschungswerkstatt das Abschlusstreffen des EU-Projektes „Marine Mammals Science Education“ statt. Neun wissenschaftliche Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Polen, Schweden, Belgien und Dänemark haben seit 2016 in dem Horizon 2020-Projekt zusammenbearbeitet, um das Interesse junger Menschen für die Naturwissenschaften weiter zu fördern und dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich effektiv entgegenzuwirken.

Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Entwicklung von mehrsprachigen Unterrichtsmaterialien rund um das Thema Meeressäuger. In einer Konferenz am Mittwoch, 21. August, wurden diese den Gästen aus den fünf Partnerländern vorgestellt. Auch das digitale Poster der Kieler Forschungswerkstatt erfreute sich großer Beliebtheit bei den teilnehmenden Lehrkräften, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Expertinnen und Experten beispielsweise aus dem Bereich Wissenschaftskommunikation.

Mit der Förderung durch die Europäische Union ist es dem Projekt „Marine Mammals“ gelungen, erstmalig Fachwissen von internationalen Expertinnen und Experten im Bereich Meeressäuger sowie Umweltproblematiken in Kiel zu bündeln. „Gemeinsam haben wir während der dreijährigen Projektlaufzeit neue Formate und Materialien für die Schule, die Umweltbildung und die Wissenschaftskommunikation entwickelt“, so die Projektkoordinatorin Dr. Katrin Knickmeier aus der Kieler Forschungswerkstatt. „Wir freuen uns, dass wir diese zum Projektabschluss nun einem interessierten Publikum vorstellen können und sind gespannt auf die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“

Sympathieträger Meeressäuger unter die Lupe genommen
Entstanden sind die vielfältigen Materialien in Zusammenarbeit von Meereswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Bildungsforschenden sowie Lehrkräften. Ausgehend von aktuellen Forschungsfragen führen sie die Schülerinnen und Schüler an naturwissenschaftliche Themen sowie Forschungsmethoden heran. Im Mittelpunkt stehen dabei Meeressäuger (engl. Marine Mammals) wie der Schweinswal. An diesen Lebewesen lassen sich Themen wie die Lärm- und Plastikverschmutzung der Ozeane oder die Beifangproblematik in der kommerziellen Fischerei besonders gut veranschaulichen.

Hinzu kommt, dass sie weltweit besondere Aufmerksamkeit genießen, da sie über eine hohe Intelligenz sowie ausgeprägte soziale und kommunikative Fähigkeiten verfügen. Auch deshalb eignen Sie sich besonders, um die Jugendlichen an naturwissenschaftliche Fragestellungen heranzuführen wie Dennis Brennecke, Projektmanager aus der Kieler Forschungswerkstatt, erläutert: „Meeressäuger sind große Sympathieträger. Die Jugendlichen entwickeln daher schnell auch einen emotionalen Bezug zu den behandelten Themen, was ihnen wiederum den inhaltlichen Zugang erleichtert.“

Mitmach-Aktion während der Digitalen Woche Kiel am 11. September
Am digitalen Poster tauchten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer in die Welt der Seehunde, Schweins- und Pottwale ein. Interaktive Inhalte zeigen zum Beispiel, welchen vom Menschen gemachten Gefahren die Lebewesen ausgesetzt sind, wie ihre Lebensumgebung und ihr Sozialverhalten gestaltet sind oder welche anatomischen und physiologischen Eigenschaften die ehemaligen Landtiere für das Leben unter Wasser entwickelt haben. Wer Lust hat, das Poster selbst einmal auszuprobieren ist am Mittwoch, 11. September, herzlich in die „Seeburg“ an der Kiellinie eingeladen. Zur Digitalen Woche Kiel präsentieren die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter hier die entwickelten Formate und Materialien.

Die Lernmaterialien stehen außerdem auf der Projekt-Webseite www.marine-mammals.com zum kostenlosen Download bereit. Auch 3D-Animationen verschiedener Meeressäuger können hier heruntergeladen werden.

Über die Partner im Projekt Marine Mammals:

Deutsche Projektpartner sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie das Netzwerk Meeresmedien. Darüber hinaus sind die University of Liège (Belgien), die Foundation for the Development of Gdansk University (Polen), die University of Southern Denmark (Dänemark), das Havets Hus (Schweden) und der WWF Polen beteiligt. Die Gesamtkoordination des mit 1,8 Millionen Euro vom Horizon 2020 Rahmenprogramm der Europäischen Union geförderten Projektes liegt beim „ozean:labor“ der Kieler Forschungswerkstatt.

Weitere Informationen über das Projekt „Marine Mammals“:

www.marine-mammals.com

Über die Kieler Forschungswerkstatt:
In den thematischen Laboren der Kieler Forschungswerkstatt beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Lehramtsstudierende mit wissenschaftlichen Fragestellungen aus den Meeres- und Nanowissenschaften, erfahren mehr über die gesellschaftlichen Aspekte von Energie, erhalten Zugang zu aktuellen Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung oder lernen, warum Boden mehr als nur Dreck ist. Die geisteswissenschaftlichen Werkstätten bieten Angebote aus dem Bereich Sprache, Kunst und Religion sowie zu historisch-politischen Themen. Zentrale Aufgaben der Kieler Forschungswerkstatt sind die Breiten- und Spitzenförderung junger Menschen ab dem Grundschulalter sowie die Lehreraus- und -weiterbildung.
Im „ozean:labor“ beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit dem Lebensraum Meere und Ozeane und setzen sich mit aktuellen Themen aus der Meeresforschung auseinander. Es geht um den Einfluss des Menschen auf das Ökosystem Ozean und seine Bewohner.

Der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ unterstützt das ozean:labor der Kieler Forschungswerkstatt.
www.forschungs-werkstatt.de

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske