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Kieler FH-Studierende entwickeln Strategien gegen Fake News und Hate Speech

21.08.2019

Desinformation und Hass im Internet werden als zentrale Bedrohung der Meinungsfreiheit und demokratischer Grundwerte angesehen. Dabei schüren Fehldarstellungen vor allem Wut auf Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund, politische Entscheidungsträger*innen und Andersdenkende. Zudem lassen digitale Kommunikationswege offenbar die Hemmschwelle zur Verbreitung von Beleidigungen sinken.

Studierende des Masterstudiengangs Medienkonzeption an der Fachhochschule (FH) Kiel haben sich ein Semester lang intensiv mit diesen Entwicklungen auseinandergesetzt. Das Ziel war, Ansatzpunkte für Gegenmaßnahmen zu finden, die langfristig ein friedliches und faires Miteinander in der Mediengesellschaft ermöglichen sollen.

Ihre Ausarbeitungen haben die Studierenden in einem Sammelband mit dem Titel „Was tun gegen Fake News und Hate Speech?“ zusammengefasst und ihn online auf den Seiten des Instituts für angewandte Publizistik (ifap) der FH Kiel veröffentlicht. Der Sammelband analysiert in zwölf Kapiteln die verschiedenen Akteur*innen und ihre Verantwortung bei der Entstehung und Verbreitung von Fake News und Hate Speech. Außerdem zeigen die Studierenden Möglichkeiten auf, Desinformation langfristig zu bekämpfen.

Dr. Christian Möller, Dozent für Medienökonomie und -ethik, hatte die Lehrveranstaltung im vergangenen Wintersemester erstmalig angeboten. „Gesellschaftlich, politisch und rechtlich sind Fake News und Hate Speech derzeit höchst aktuell. Sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene werden Gesetze und Kodizes entwickelt. Die Studierenden befinden sich mit ihren Vorschlägen also im Kern einer internationalen Debatte.“

Bei Masterstudentin Melina Kalwey hat die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema zu einer Veränderung des Medienverhaltens geführt: „Ich konsumiere Nachrichten immer weniger online. Generell bin ich heute beispielsweise weniger auf Facebook unterwegs. Vom Nachrichtenkonsum auf Facebook hält mich vor allem das Bewusstsein über die zahlreichen Falschmeldungen ab, die dort offenkundig kursieren und die Zeit, die ich aufwenden müsste, um eigentlich jede auffällige Information zu überprüfen. Dann greife ich doch lieber mal wieder zur klassischen Zeitung. Zudem befasse ich mich seitdem mit der Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen, um bei den Digital Natives möglichst früh ein Bewusstsein für Fake News zu schaffen."

Der Reader steht zum kostenfreien Download zur Verfügung unter: https://bit.ly/FakeNewsFHKiel.

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske