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Grenzfelder in der Praxis des assistierten Suizids

Neue digitale Ringvorlesung an der Uni Kiel

Selbstbestimmung über das eigene Leben – und mithin auch das eigene Sterben: Dieser Wunsch erfährt mittlerweile eine durchaus breite gesellschaftliche Unterstützung. Doch in welchem rechtlichen und ethischen Kontext bewegt sich das Thema?

Eine Ringvorlesung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) unter Regie von Professorin Claudia Bozzaro (Arbeitsbereich Medizinethik) und dem Zentrum für Gesundheitsrecht will darauf Antworten finden.

Die öffentliche Vorlesungsreihe „Grenzfelder in der Praxis des assistierten Suizids“ findet im Online-Format zwischen dem 27. Oktober und 8. Dezember immer mittwochs um 18:00 Uhr statt.

Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 in einem Urteil festgelegt, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht auch das Recht umfasst, Hilfe von einer dritten Person in Anspruch zu nehmen, um einen freiverantwortlichen Suizid zu begehen.

Vor diesem Hintergrund wird voraussichtlich ein neues Gesetz zur Regelung der Praxis des assistierten Suizids verabschiedet werden. Es stellen sich dabei eine Reihe neuer Fragen vor allem in Hinblick auf Grenzfälle.

Was ist, wenn Minderjährige oder Menschen mit psychischen Störungen nach Unterstützung beim Suizid verlangen? Welche Verantwortung kommt auf Pflegekräfte gerade im häuslichen Umfeld zu? Was ist der Unterschied zwischen Tötung auf Verlangen und assistiertem Suizid, und wie ist das Thema überhaupt rechtlich einzuordnen?

Diese Themen stehen neben der besonderen ärztlichen Verantwortung sowie kulturgeschichtlichen Aspekten und einem Blick ins Nachbarland Schweiz im Mittelpunkt der Reihe.


Das Wichtigste in Kürze:
Datum: 27.Oktober bis 8. Dezember, mittwochs
Zeit: 18:00 bis 19:30 Uhr
Ort: Zoom bit.ly/rv-sterbehilfe-2021


Die Themen der Ringvorlesung im Überblick:

27.10. Letzte Hilfe: Zum kultur-historischen Wandel im Umgang mit Suizidalität

Prof. Thomas Macho, IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften I Kunstuniversität Linz in Wien

3.11. Assistierter Suizid in der Schweiz. Rechtsrahmen und ethische Überlegungen
Prof. Brigitte Tag, Rechtswissenschaftliche Fakultät und Kompetenzzentrum MERH der Universität Zürich

10.11. Der assistierte Suizid im ethisch-politischen Disput – eine Autonomie auf Abwegen?
Prof. Jean-Pierre Wils, Radboud Universität Nijmegen (NL)

17.11. Assistierter Suizid: Ein Recht auch für Minderjährige? – Einbettung in die Thematik Kinderrechte, Autonomie und Schutz
Prof. Michael Kölch, Uni Rostock

24.11. Zur Unterscheidung zwischen Tötung auf Verlangen und assistiertem Suizid in ethischer und rechtlicher Hinsicht
Dr. Grischa Merkel, Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Kiel-Altenholz, Fachbereich Polizei

1.12. Ärztlich assistierte Selbsttötung und psychische Störungen: Selbstbestimmung ermöglichen und Missbrauch vermeiden
Prof. Jochen Vollmann, Ruhr-Universität Bochum

8.12. Assistierter Suizid – und die Pflege(nden)
Prof. Annette Riedel, Fachhochschule Esslingen

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske