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Freie Fahrt für „Künstliche Intelligenz“

28.05.2019

Uni Kiel erarbeitet eigene KI-Strategie

Der Präsident hatte zum Austausch eingeladen, mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des GEOMAR – Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, kamen gerne.

Am Freitag, 24. Mai, stellten die Experten und Expertinnen einander ihre aktuellen Forschungsarbeiten mit KI-Bezug auf dem Bio-Versuchsgut Lindhof an der Eckernförder Bucht vor. Der Geschäftsbereich Strategie und Forschung der CAU informierte anschließend über Fördermöglichkeiten für Forschungsprojekte. „Unser Ziel war es, miteinander über bestehende und mögliche Initiativen im Bereich KI selbst oder zur Einbindung der Technologie in die Lehre ins Gespräch zu kommen. Das ist gelungen. Es herrscht echte Aufbruchsstimmung. Jetzt wollen wir eine tragfähige Forschungs- und Förderstruktur aufbauen“, fasste ein sichtlich beeindruckter Professor Lutz Kipp seine Eindrücke des Tages zusammen.
   
Wie stark die CAU im Bereich der KI-Technologie bereits aufgestellt ist, hatten zuvor die Forschenden aus den Bereichen Medizin und Medien, Informatik und Theologie, Meeres- und Rechtswissenschaften, Pädagogik, Philosophie, und Psychologie, Ernährungs- und Wirtschaftswissenschaften, Geographie und Elektrotechnik in prägnanten Drei-Minuten-Vorträgen deutlich gemacht. Die Bandbreite der Anwendungen reichte von digitalen Assistenzsystemen für eine effektive Tierhaltung, die Erdbeobachtung und Präzisionslandwirtschaft über prädiktive Bildgebungsverfahren in der Medizin und der Meeresforschung, intelligente Stromnetze, autonome Verkehrssteuerung und sichere KI-Netzwerke bis hin zu sozialwissenschaftlichen, ethischen und ökonomischen Fragestellungen.

„Die Universität Kiel verfügt als Volluniversität über vielfältige Kompetenzen und Möglichkeiten, das Potenzial Künstlicher Intelligenz gemäß ihrer Bedeutung, Komplexität und Risiken zu beforschen, zu verstehen und zu nutzen“, betonte Kipp. Im Zentrum der CAU-Strategie sollen deshalb vor allem Projekte stehen, die neben mathematischen, technischen und diagnostischen Aspekten auch ethische Fragestellungen und die Akzeptanz neuer Produkte und Anwendungen mit in Blick nehmen. Ein Beispiel dafür sei das Kooperationsprojekt „CAPTin Kiel – Clean Autonomous Public Transport in Kiel“. Es beschäftigt sich mit der Entwicklung einer autonomen Mobilitätskette durch die Kombination sauberer Bus- und Fährverkehre in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

Gerade die Lehre werde von der neuen Entwicklung erfasst und maßgeblich beeinflusst, so Kipp: „Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und digitale Assistenzsysteme werden unsere Arbeitswelt und Arbeitsweisen in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern. Diesen fundamentalen Wandel gestalten wir aktiv mit. Forschung und Lehre an der CAU müssen dazu neu ausgerichtet werden.“ Neben der Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit den neuen Technologien seien dafür kooperative Doktorandenprogramme mit außeruniversitären Instituten und internationalen Universitäten ebenso denkbar wie neue Lehrstühle, offene Lernlabore für KI sowie Förderinstrumente zur Unterstützung von Inkubatoren, Startups oder für die Aus- und Weiterbildung.

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske