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BBZ am Nord-Ostsee-Kanal und FH Kiel vereinbaren Kooperation

24.06.2019

Um wieder mehr junge Menschen für eine techniknahe Schulbildung und ein anschließendes Studium zu gewinnen, vernetzt sich die Fachhochschule (FH) Kiel seit 2018 mit Berufsbildenden Schulen oder Berufsbildungszentren im Einzugsgebiet der Hochschule.

Nach Kooperationen mit Kiel, Preetz und Neumünster schlägt sie nun den Bogen über den Nord-Ostsee-Kanal zum Berufsbildungszentrum (BBZ) in Rendsburg. Heute (24. Juni 2019) unterzeichneten die beiden Bildungseinrichtungen ein entsprechendes Abkommen.

Schon jetzt beklagen Unternehmen im MINT-Bereich den Mangel an Fachkräften. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft fehlten im vergangenen Jahr 337.900 Arbeitskräfte. Schaut man auf die Vorlieben von Schulabgänger*innen, wird sich dieses Problem künftig weiter verschärfen. Immer weniger junge Menschen besuchen weiterführende Schulen mit technischem Schwerpunkt oder streben eine Lehre im Handwerk an.

Dies bekommen auch Fachhochschulen zu spüren; die Zahl der Bewerbungen für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge sinkt seit Jahren. „Noch können wir unsere techniknahen Studienplätze besetzen. Der Trend zeigt aber deutlich nach unten und es werden bald Studienplätze in den Kernfächern der Technik unbesetzt bleiben“, erklärt FH-Präsident Prof. Dr. Udo Beer. 

Das Kooperationsabkommen ermöglicht die Anrechnung schulischer Leistungen in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik und Regenerativer Energien. Absolvent*innen des BBZ am Nord-Ostsee-Kanal, die am Fachbereich Informatik und Elektrotechnik in Kiel ins Studium starten, können sich je nach Studiengang verteilt, auf die ersten vier Semester zwischen fünf und 15 ECTS-Punkte anrechnen lassen. Dies entspricht einer bis hin zu drei Lehrveranstaltungen.

Ein echter Pluspunkt für seine Schüler*innen, freut sich BBZ-Schulleiter Marc-Olaf Begemann: „Die Ausbildung an unserer Schule bietet an vielen Stellen Zusatzchancen für junge Menschen. Unsere Absolventinnen und Absolventen haben künftig nicht nur die formale Voraussetzung der Fachhochschulreife, sondern schon einen Teil ihres FH-Studiums in der Tasche. Das erleichtert den Start in das Studium an der Fachhochschule Kiel und fördert eine erfolgreiche Bildungslaufbahn.“

„Mit den Kooperationsvereinbarungen lenken wir den Blick der Schulabsolventinnen und  -absolventen gleich auf die FH Kiel. Der Abschluss am BBZ am Nord-Ostsee-Kanal befähigt damit zu sehr guten Startvoraussetzungen für ein technisches Studium“, fasst Prof. Dr. Christoph Weber, Dekan des Fachbereiches Informatik und Elektrotechnik, die Idee der Kooperationsvereinbarung zusammen.

BBZ-Schüler Marcel Wenzel kann also im kommenden Wintersemester mit Vorsprung in sein Studium starten. Für den 21-jährigen angehenden Informatikkaufmann vereinfacht die Kooperation den Übergang ins Studium der Informationstechnologie an der FH Kiel. „So kann ich mich auf die neuen fachlichen Inhalte konzentrieren und muss Dinge, die ich bereits gelernt habe, nicht noch einmal machen“, erläutert Marcel Wenzel.

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske