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„Die Große Furcht. Revolution in Kiel, Revolutionsangst in der Geschichte"

16.10.2018

Das Historische Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das Kieler Stadtarchiv und das Stadt- und Schifffahrtsmuseum Kiel präsentieren eine Vortragsreihe zum Kieler Matrosenaufstand und zur Revolutionsangst in der Geschichte.

Veränderungen sind Teil unseres Alltags, gerade auch des politischen Alltags. Doch allzu drastische, gar revolutionäre Veränderungen schüren oft Ängste und rufen Abwehrreaktionen hervor. Im November 1918 nahm in Kiel die Novemberrevolution ihren Anfang, die zu einer drastischen Umgestaltung des politischen und gesellschaftlichen Gefüges in Deutschland führen sollte. 100 Jahre später organisiert die Abteilung für Regionalgeschichte des Historischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in Zusammenarbeit mit dem Kieler Stadtarchiv und dem Stadt- und Schifffahrtsmuseum Kiel die Ringvorlesung „Die Große Furcht. Revolution in Kiel, Revolutionsangst in der Geschichte". Darin wird die Angst vor politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen in den vergangenen Jahrzehnten beleuchtet.

Nicht nur in Deutschland waren mit der Revolution Ängste verbunden. Ganz Europa sei vom „Geist der Revolution“ erfüllt, fürchtete etwa der britische Premierminister David Lloyd George im März 1919 angesichts des Übergreifens politischer Umsturzbewegungen auf große Teile des Kontinents. Die teils von erheblicher Gewalt gekennzeichneten antirevolutionären Maßnahmen in vielen europäischen Staaten betrafen dabei nicht nur diese unmittelbare Nachkriegszeit. Nahezu das gesamte 20. Jahrhundert war vom Phänomen der Revolutionsangst beeinflusst. „Es ist höchst spannend zu fragen, was etwa die sexuelle Revolution oder die Dekolonisation mit den Ereignissen von 1918 verbindet. Danach wurde bisher nie gefragt“, erklärt Regionalhistoriker Professor Oliver Auge, Organisator der Vorlesungsreihe.

In 15 Vorträgen analysieren Expertinnen und Experten verschiedener historischer Fachbereiche anhand von Beispielen aus den vergangenen 100 Jahren die Furcht vor revolutionären Umbrüchen, die Gegenmaßnahmen und deren Auswirkungen. Dabei blicken sie auch über die Kieler Stadtgrenzen hinaus auf die nationale Entwicklung und sogar bis nach Afrika. Alle Interessierten sind eingeladen, an der kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen.


Das Wichtigste in Kürze:
Was: Ringvorlesung „Die Große Furcht. Revolution in Kiel, Revolutionsangst in der Geschichte"
Wann: Immer mittwochs, 17. Oktober 2018 bis 18. Februar 2019, jeweils von 18 bis 20 Uhr
Wo: Leibnizstraße 1, Klaus-Murmann-Hörsaal

 

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske