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18:00 - 18:30 Uhr

ARCHÄOLOGIE IM NORDFRIESISCHEN WATTENMEER

Unter Sand und Schlick des nordfriesischen Wattenmeeres verbergen sich die Reste untergegangener Kulturlandschaft.

Wo sich zu Beginn des Mittelalters weite Marschen, Moore und Gewässer befanden, begannen die Friesen ab dem 11. Jahrhundert mit einer planvollen Erschließung. Durch den Bau von Deichen, Entwässerungssystemen und Wohnhügeln, den Warften, aber auch durch Torfabbau wurde das Land kultiviert und dem Einfluss des Meeres entzogen. So schuf man eine sehr ertragreiche, aber auch für Naturgefahren anfällige Landschaft. Besonders bekannt ist die Sturmflut der „ersten großen Mandränke“, die im Jahr 1362 zu katastrophalen Verlusten an Menschenleben und Kulturland führte: in ihr ging beispielsweise der legendenumrankte Ort Rungholt verloren. Spätere Sturmfluten wie die zweite große Mandränke von 1634 zerschlugen die Marschen der Region Uthlande weiter und führten zusammen mit dem permanenten Kampf um Küstenschutz und Neulandgewinnung zum heutigen Zustand des Nationalparks Wattenmeer. Für die archäologische Forschung bildet das Wattenmeer daher ein einzigartiges Archiv, in dem die Siedlungen des Hochmittelalters und der frühen Neuzeit stellenweise hervorragend erhalten sind und beredtes Zeugnis vom Ringen mit den Naturgewalten ablegen. Mit einem modernen Mix wissenschaftlicher Methoden aus der Archäologie, der Geophysik und der Geographie erfolgt derzeit ein neuer Forschungsansatz um die untergegangenen Siedlungen aufzufinden, zu vermessen und die Gründe und Faktoren für ihren Aufstieg und Niedergang zu erforschen. Vortrag von Dr. Bente Sven Majchczack

Veranstaltungsformat: Live-Vortrag, Alle Vorträge

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