Aktuelles & Nachrichtenarchiv

Lh Kiel
 

21.6.2026

Städteforum befasste sich mit Wissenschaft

Das Internationale Städteforum zur Kieler Woche verbindet Kiel mit seinen Partnerstädten und befreundeten Städten in aller Welt. Die Städte feiern gemeinsam und diskutieren über aktuelle Themen. In diesem Jahr ging es um „Wissenschaft als Impulsgeberin für innovative Stadtgesellschaften“.

Delegationen aus zehn Partnerstädten Kiels trafen sich am Sonnabend, 20. Juni, in der Förde Sparkasse. Darunter die estnische Hauptstadt Tallinn, mit der Kiel seit genau 40 Jahren verbunden ist. Das Städteforum war in diesem Jahr Partner des EU-geförderten Projekts „Science Comes to Town“, in dem die Städte und Regionen Kiel, Brest und Split dazu einladen, Wissenschaft erlebbar zu machen. Daher war neben Kiels französischer Partnerstadt Brest auch die kroatische Stadt Split beim Forum dabei.

Enke Koberg (Förde Sparkasse) und Stadtpräsidentin Bettina Aust begrüßten die Gäste, Professor Dr. Till Requate (CAU) hielt den Einführungsvortrag. Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz und Tiit Terik, stellvertretender Bürgermeister von Tallinn, diskutierten über das Hauptthema. In drei Workshops kamen unter anderem Expert*innen aus Gdynia (Polen), Vaasa (Finnland), Samsun (Türkei) und Kiel zu Wort.

Am Sonntag, 21. Juni, stand für die Forumsteilnehmer*innen dann noch eine Exkursion zum GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung auf dem Programm.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner

Redaktion dieser Meldung: Arne Gloy,
Telefon (0431) 901-2406;
E-Mail presse@kiel.de

 
Lh Kiel / Manuel Weber
 

19.6.2026

Öffentliche Vorträge zur Kieler Woche 2026

Die Vorträge finden jeweils um 18:00 Uhr im Hörsaal des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Kiellinie 66, 24105 Kiel, statt.

Wir freuen uns darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen spannende Vorträge und anregende Diskussionen zu erleben!

22.6.2026
Wie unsicher ist die Rente?
Dr. Jens Boysen-Hogrefe

23.6.2026
Der EU-Klimazoll: Schutz vor Industrieflucht - aber wer zahlt die Rechnung?
Prof. Dr. Sonja Peterson

24.6.2026
Zwischen Drohung und Deal: Wie Trumps Handelspolitik unsere Alltag erreicht
Dr. Hendrik Mahlkow

25.6.2026
Wenn Preise dem Einkommen davonlaufen: Zugang zu Wohneigentum in Deutschland
Dr. Jonas Zdrzalek

Verantwortlich für den Pressetext:
Kiel Institute for the World Economy
Kiel Office
Kiellinie 66
24105 Kiel

 
 

17.6.2026

Neugier verbindet – Science Comes to Town bringt Wissenschaft auf die Kieler Woche

Wissenschaft steckt überall im Alltag – manchmal dort, wo viele sie nicht vermuten. Ab Sonnabend, 20. Juni, zum Beispiel auf den Eventarealen der Kieler Woche.

Gemeinsam mit den Forschungseinrichtungen der Region wird Wissenschaft im Rahmen der europäischen Initiative Science Comes to Town zum Teil des bunten Programms, während eine Stadtrallye Kinder und Erwachsene mit auf eine Reise in die Zukunft nimmt.

Vom Blaupark bis zur Spiellinie wird geforscht, informiert und experimentiert. In einer riesigen „Babbel Bubble“ entstehen Gespräche zur Energiewende, offen und ungefiltert. Start-ups zeigen, wie aus Neugier konkrete Lösungen wachsen. Science Shows, Filmvorführungen, Lesungen und eine Steampunk-Parade verbinden Forschung, Kultur und Unterhaltung. Ob beim Pubquiz, beim Forscherpass, in der Tüftel- oder Elektrowerkstatt – Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Forschende, Auszubildende und Nachwuchstalente teilen ihre Ideen, laden zum Gespräch ein und machen deutlich: Wissenschaft lebt von Verbindungen.

Eine eigene Rubrik zum Thema „Wissenschaft“ auf www.kieler-woche.de/programm zeigt alle Veranstaltungen auf einen Blick. Zudem gibt es einen Flyer, der nach Eventarealen sortiert ist.

Fenster zur Wissenschaft öffnen Zukunftsperspektiven

Warum sind im Sommer manchmal so viele Quallen in der Förde? Gab es schon Patchworkfamilien in der Steinzeit? Und was hat das mit Wissenschaft zu tun? Eine interaktive Stadtrallye mit 22 Stationen verbindet spannende Fragen mit regionalen Wissenschaftler*innen und ihrer Forschung in verschiedenen Feldern, vom Meer bis zur Antike. An den Stelen, die vom Rathausplatz bis nach Schilksee ebenfalls auf den Kieler Woche-Arealen zu finden sind, erfahren Besuchende auch, wie sie bei CitizenScience-Projekten mitwirken oder eigene Wünsche und Zukunftsvisionen digital teilen können. Was Kiel sich von der Wissenschaft wünscht, wird dann unter anderem über Großleinwände an der Rathausbühne ausgespielt.

Für Kinder gibt es noch mehr auf den Stelen zu entdecken. Am Infopoint im SEALEVEL (Dienstag bis Sonnabend) oder auf der Schlaumachwiese (Sonntag und Montag) wartet eine Postkarte, auf der während der Rallye Puzzlestücke gesammelt werden. Es gilt, vier verschiedene Farben zu sammeln. Diese sind anhand der Stelen leicht zu erkennen. Im unteren Bereich befindet sich jeweils ein Bildausschnitt, der abgezeichnet werden kann. Zusammengesetzt ergibt sich ein Lösungstier. Wenn das gefunden ist, können sich die Kinder eine kleine Belohnung abholen.

Weitere Informationen gibt es unter www.sctt-kiel.de.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner

Redaktion dieser Meldung: Petra Kampmann,
Telefon (0431) 901-2586;
E-Mail presse@kiel.de

 
 

5.6.2026

Die Kieler Woche 2026 verbindet

Kiels große Einladung – und alle können zusammenkommen

Die Kieler Woche 2026 (20. bis 28. Juni) steht für Verbindungen, die tragen: zwischen Menschen, zwischen Land und Meer, zwischen Wissen und Erleben. Ob in Schilksee oder auf dem Rathausplatz, an der Kiellinie oder auf der Krusenkoppel: Kiels Segel- und Sommerfestival setzt sichtbare Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in bewegten Zeiten.

Die Kieler Woche 2026 verbindet beliebte Klassiker mit überraschenden und neuen Begegnungen. Fans des Internationalen Marktes, der Spiellinie oder des Hoftheaters im Hiroshimapark können sich auf ihre Lieblingsorte freuen. Ihre Premiere feiert die große Maskottchenparade an der Kiellinie. Ebenfalls neu im Programm ist die Aktion „KiWo goes Blaupark“, die während der gesamten Kieler Woche einen Begegnungsort auf dem Ostufer schafft. Die Kieler Woche macht sichtbar, wie aus vielen Orten, Ideen und Begegnungen ein gemeinsames Wir entsteht.

Der Auftakt zur Kieler Woche verbindet bundesweite Strahlkraft und lokale Nähe, offizielle Gäste und persönliche Geschichten: Zur offiziellen Eröffnung am Sonnabend, 20. Juni, wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Startsignal mit dem Typhon geben. Als Local Hero ist die Schwimmerin und Paraolympionikin Kirsten Bruhn dabei, die gerade zur Ehrenbürgerin des Landes Schleswig-Holstein ernannt wurde.

Unterstützt werden sie von Landtagspräsidentin Kristina Herbst, Ministerpräsident Daniel Günther, Stadtpräsidentin Bettina Aust und erstmals Kiels neuem Oberbürgermeister Samet Yilmaz.

„Dein Kieler-Woche-Programm“ begleitet alle Gäste auf ihrer Entdeckungsreise. Das Heft erscheint am Sonnabend, 6. Juni, als Beilage der Kieler Nachrichten. Online ist das komplette Programm auf www.kieler-woche.de abrufbar. In der mein.Kiel.App gibt es alle Events und Aktionen auch mobil auf einen Blick.

Die Kieler Woche verbindet Menschen

Die Kieler Woche steht für Begegnungen, für Gastfreundschaft und das Zusammenkommen von Generationen, Kulturen und Lebenswelten. Sie bringt Menschen ins Gespräch – vor den Bühnen, an der Förde, auf dem Wasser, in den Stadtteilen und manchmal auch ganz spontan mitten im Festivaltrubel. Dabei können sich die Gäste auf viele Höhepunkte freuen, die verbinden. Neben den spannenden Segelwettbewerben und zahlreichen Konzerten auf den Bühnen gehören auch Veranstaltungen wie die Verleihung des Weltwirtschaftlichen Preises und des Kulturpreises sowie Klassiker wie das Open Ship der Marine oder die Internationale Willer Balloon Sail fest zum Programm.

Ob Windjammer-Segelparade, Internationaler Markt oder die Konzertreihe „gewaltig leise“ – die Kieler Woche 2026 schafft ganz viele Räume, in denen Menschen einander begegnen können. Und auch bei den kleinen Momenten und in den entspannten Oasen mitten im Festivaltrubel werden Gemeinschaft, Nähe und Zusammenhalt erlebbar.

Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz freut sich auf seine erste Kieler Woche im neuen Amt: „Die Kieler Woche verbindet Sport, Kultur, Ehrenamt, Wissenschaft und ein einzigartiges internationales Flair. Ich bin besonders begeistert von all den großartigen und kreativen Aktionen, die die Menschen auf ganz viele Arten zusammenbringen. Persönlich gespannt bin ich, unser großes Segel- und Sommerfestival aus neuer Perspektive zu erleben. Was ich aber schon jetzt weiß: Ohne die vielen engagierten Veranstalter*innen, kreativen Köpfe und helfenden Hände wäre so ein großes buntes Fest nicht möglich. Allen, die zum Gelingen der Kieler Woche beitragen, danke ich ganz herzlich.“

Philipp Dornberger, Leiter des Kieler-Woche-Büros, ergänzt: „‚Kieler Woche verbindet‘ – das ist für uns kein neues Etikett, sondern Teil der DNA dieser Woche. Die Kieler Woche war immer eine Wir-Woche. Sie bringt Menschen zusammen, macht Wasser und Stadt gemeinsam erlebbar, verbindet Wissen mit Neugier und lebt von all denen, die diese Verbindungen möglich machen. Genau das wollen wir 2026 besonders sichtbar machen – mit großen Momenten, neuen Ideen und vielen Begegnungen, die ganz nah bei den Menschen entstehen. Und ich lade alle ganz herzlich dazu ein, mit uns zu feiern und Gemeinschaft zu erleben.“

Die Kieler Woche schafft auch einzigartige Verbindungen für Familien und Kinder. Bei der Spiellinie auf der Krusenkoppel können gemeinsam Geheimnisse der Nacht erkundet werden. In der kreativen Mitmach-Zone für Jugendliche auf dem Playground geht es um Spaß und Action. Und auf der Schlaumachwiese greifen Nachwuchsforscher*innen das Motto „Science Comes to Town“ ganz kindgerecht auf.

Eine in jeder Hinsicht auffällige Premiere der Kieler Woche gibt es am Sonnabend, 27. Juni. Um 14 Uhr startet die große Kieler-Woche-Maskottchenparade: Entlang der Kiellinie sorgen dann zahlreiche Figuren aus Vereinen, Organisationen und Unternehmen gemeinsam für eine lebendige, herzliche Atmosphäre und machen erlebbar, was die Kieler Woche auszeichnet: Menschen verbinden und gemeinsame Momente schaffen.

Mit dabei sind unter anderem Stolle (Holstein Kiel), Hein Daddel (THW Kiel), Bo (REWE), die AIDA-Clubbies, Locke (R.SH) sowie Big Al (Kiel Baltic Hurricanes) und viele weitere sympathische Charaktere. Für die passende Stimmung sorgt die Kieler Marching-Band Superrabatzki, die die Parade musikalisch begleitet. Mit viel Charme, Bewegung und guter Laune lädt die Parade zu spontanen Begegnungen ein und schafft unvergessliche Fotomomente.

Die Kieler Woche verbindet Wasser, Land und Stadtteile

Ein starkes Beispiel für besondere Verbindungen während der Kieler Woche ist die Aktion „KiWo goes Blaupark“: Im Sport- und Begegnungspark in Gaarden entsteht während der gesamten Veranstaltung ein offener Treffpunkt für Kinder, Familien, Nachbar*innen, lokale Initiativen und Gäste. Musik, Bewegung, kreative Mitmachangebote und Begegnung stehen im Mittelpunkt. Der Blaupark zeigt: Die Kieler Woche gehört nicht nur an die Kiellinie, nach Schilksee oder in die Innenstadt – sie gehört zu ganz Kiel.

Die Kieler Woche verbindet Wissen und Erleben

Die Landeshauptstadt Kiel gestaltet 2026 gemeinsam mit der KielRegion sowie Brest und Split das internationale Projekt „Science Comes to Town“. Dabei wird bei vielen Veranstaltungen und Aktionen Forschung mit Alltag verbunden – auch während der Kieler Woche, die zum Erlebnisraum für Wissenschaft wird.

„Science Comes to Town“ bringt Forschung mitten ins Stadtleben und macht sie für alle zugänglich – niedrigschwellig, interaktiv und zum Mitmachen. Im Mittelpunkt steht eine Stadtrallye mit 22 Stationen, die über das gesamte Eventareal verteilt sind. Dort können Neugierige spannende alltagsnahe Fragen entdecken und auf Menschen stoßen, die in Kiel zu diesen Fragen forschen.

Bei vielen Veranstaltungen ist Wissenschaft sichtbarer Teil des Kieler-Woche-Programm: mit Dialogformaten zur Energiewende, Start-up-Präsentationen, Citizen-Science-Aktionen, einer Chemieshow, Pubquiz-Formaten sowie Mitmachangeboten für Kinder und Familien.

Forschung live zu entdecken gibt es während der Kieler Woche an ganz vielen Orten, zum Beispiel im Hoftheater im Hiroshimapark, an der Jungen Bühne, bei Kieler Uni live, auf dem MUDDI Markt, auf dem Nordmarksportfeld, auf dem Playground, an der Rathausbühne, auf der Schlaumachwiese, im Segelcamp, auf der Spiellinie sowie im Blaupark.

Ziel ist es, Wissenschaft als Teil des gesellschaftlichen Lebens erlebbar zu machen und Menschen über Neugier, Austausch und gemeinsame Zukunftsfragen miteinander zu verbinden.

Die Kieler Woche verbindet durch Musik.

Die Kieler Woche ist nicht nur hochkarätiges Segelevent und buntes Sommerfest – sondern auch ein Musikfestival der Extraklasse. Sie verbindet große Stars und Local Heroes, ruhige Töne und wummernde Beats sowie Musikgenres jeder Art. Die Besucher*innen können sich auf rund 500 Konzerte freuen.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner

 
Geneviève Héry-Arnaud, Leiterin der Abteilung für Infektionserreger am Universitätsklinikum Brest und Professorin an der Université de Bretagne Occidentale.
 

1.6.2026 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

Auf Bakterien setzen: Durchbruch in der Medizin

Europäische Wissenschaftler nutzen das menschliche Mikrobiom, um Krankheiten wirksamer zu bekämpfen.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Europa hat das Potenzial, weltweit eine führende Rolle bei der Entwicklung neuartiger medizinischer Therapien auf Basis menschlicher Bakterien einzunehmen. Diese könnten bei Immunerkrankungen, wiederkehrenden Infektionen und anderen Gesundheitsproblemen eingesetzt werden, sagt die renommierte französische Forscherin Geneviève Héry-Arnaud.

Héry-Arnaud leitet die Abteilung für Infektionserreger am Universitätsklinikum Brest und ist Professorin für Bakteriologie an der Universität der Westbretagne. Ihrer Ansicht nach gehören europäische Forschende zu den Vorreitern bei der Untersuchung, wie Mikroorganismen zur Behandlung chronischer Krankheiten und zum Schutz vor Infektionen genutzt werden können. Gleichzeitig spielt Europa eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Standards für den Einsatz von Bakterien in modernen medizinischen Therapien.

Die in Frankreich bekannte Wissenschaftlerin ist außerdem Botschafterin des EU-Projekts „Science Comes to Town“ (SCTT). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Lungenmikrobiom, das sie als „ein bislang wenig erforschtes, aber äußerst wichtiges Ökosystem“ bezeichnet – insbesondere angesichts der weltweit hohen Belastung durch Atemwegserkrankungen. Die Abteilung für Infektionserreger in Brest arbeitet dabei eng mit dem französischen Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm) sowie weiteren Einrichtungen zusammen, um das enorme medizinische Potenzial des Mikrobioms zu erschließen.

„Jeder Mensch hat mit dem Mikrobiom zu tun“, erklärt Héry-Arnaud mit Blick auf das Zusammenspiel von Mikroorganismen und ihrem menschlichen Wirt, das wesentlich zur Gesundheit beiträgt. „Das Thema ist derzeit sehr aktuell, weil viele Menschen sich für den Zusammenhang zwischen den natürlichen Mikroben des menschlichen Körpers und ihrer positiven Wirkung auf die Gesundheit interessieren.“

Vielversprechend sind dabei sogenannte Mikrobiom-basierte Arzneimittel (Microbiome Medicinal Products, MMPs). Sie nutzen nützliche Mikroorganismen, um das natürliche mikrobielle Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen oder gezielt zu beeinflussen. Besonders bei der Vorbeugung von Infektionen könnten sie sehr wirksam sein, so Héry-Arnaud.

Sie war an Gesprächen in Brüssel über die Schaffung eines regulatorischen Rahmens für solche Therapien beteiligt, unter anderem über ihre Zusammenarbeit mit dem Pharmabiotic Research Institute (PRI), einem wichtigen Akteur auf diesem Gebiet. Nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) führt das Fehlen klarer Richtlinien für die Bewertung von MMPs außerhalb klinischer Studien derzeit zu Unsicherheiten, Uneinheitlichkeiten und möglichen Verzögerungen bei der Entwicklung neuer Produkte.

Wissenschaft verständlich machen und Vertrauen schaffen.

Die von der Europäischen Kommission geförderte Initiative „Science Comes to Town“ verbindet die drei Küstenstädte Brest, Kiel und Split. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Universitäten und Forschungseinrichtungen zu stärken und das Bewusstsein für Wissenschaft sowie die europäische Zusammenarbeit zu fördern.

Der Dialog mit der Öffentlichkeit spielt auch in Héry-Arnauds Mikrobiom-Forschung eine wichtige Rolle. Er bietet ihr die Möglichkeit, ihre Begeisterung für die Bakterienwelt des menschlichen Körpers weiterzugeben – sowohl für die nützlichen als auch für die krankheitserregenden Arten.

Die Autorin des populärwissenschaftlichen Buches „Ces microbes qui nous veulent du bien: une bactériologue explore notre univers microbien“ („Die Mikroben, die uns guttun: Eine Bakteriologin erkundet unsere mikrobielle Welt“) tritt regelmäßig in französischen Medien auf und engagiert sich aktiv für die Vermittlung wissenschaftlicher und medizinischer Forschung.

„Infektionskrankheiten und Mikroben haben mich schon immer fasziniert“, sagt Héry-Arnaud. Indem sie ihre Leidenschaft mit anderen teile, könne sie Wissenschaft verständlicher machen und Neugier wecken.

Brest sei ebenso wie die SCTT-Partnerstädte Kiel und Split besonders gut geeignet, die Bevölkerung einzubeziehen, da dort enge Gemeinschaften bestehen. „Durch die Lage am Meer sind wir vielleicht auch etwas offener. Und weil es kleinere Städte sind, erreicht man Menschen aller Altersgruppen leichter“, erklärt sie. „Auch meine Universität engagiert sich in diesem Bereich sehr stark.“

Darüber hinaus sieht Héry-Arnaud in SCTT eine Chance, junge Menschen für wissenschaftliche Berufe zu begeistern – gerade angesichts des Fachkräftemangels in vielen europäischen Ländern. Wenn sie Schülerinnen und Schülern die Welt der Mikroben näherbringt, sei das „etwas ganz Besonderes“. „Ich liebe diese Momente. Man erkennt das ganze Potenzial dieser zukünftigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.“

Vertrauen durch Transparenz

Nach Ansicht von Héry-Arnaud müssen Forschende nicht nur den Austausch mit der Gesellschaft suchen, sondern auch offen mit Unsicherheiten umgehen, wenn sie Vertrauen schaffen wollen.

„Unsere erste Verantwortung als Wissenschaftler besteht darin, zu sagen, wenn wir etwas nicht wissen“, betont sie. „Das fällt nicht immer leicht, aber die Öffentlichkeit muss Vertrauen in die Forschung und in die Medizin haben können.“

Ebenso wichtig sei es, wissenschaftlich belegte Ergebnisse sowie die strengen Verfahren klinischer Studien verständlich zu erklären. Nur so könne die Öffentlichkeit nachvollziehen, wie wissenschaftlicher Konsens entsteht.

Europas Vorreiterrolle beim Verständnis des Mikrobioms

Héry-Arnaud schreibt die vielversprechenden Fortschritte in der mikrobiologischen Forschung auch der Forschungsförderung und Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union zu.

„Wir haben in Europa das Glück, viele Gemeinsamkeiten zu haben – in unserer Forschungskultur, unserer Geschichte und unserer Begeisterung für Wissenschaft. Zudem gibt es zahlreiche Initiativen rund um das Mikrobiom“, sagt sie. „Europa gehört zusammen mit den USA zu den weltweit führenden Regionen, wenn es darum geht, die Komplexität des Mikrobioms zu verstehen und Wege zu finden, mit dieser Komplexität umzugehen.“

Neben seiner Pionierarbeit auf dem Gebiet des Mikrobioms sei Europa auch hervorragend positioniert, die internationale Zusammenarbeit bei Prävention und Behandlung von Krankheiten zu stärken. Gerade in einer Zeit, in der internationale Gesundheitsorganisationen unter Kürzungen von Hilfsgeldern leiden und die USA ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation angekündigt haben, komme Europas Führungsrolle besondere Bedeutung zu.

„Wir verfügen über ein starkes Forschungsökosystem und haben viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit anderen Ländern“, sagt Héry-Arnaud. Ihr Fazit lautet: „Wir sind gut organisiert und groß genug, um internationale Maßnahmen und Kooperationen wirksam zu unterstützen.“

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT. Zum Originalbeitrag: https://sciencebusiness.net/betting-bacteria-breakthrough

 
Bild: Uni Kiel
 

10.6.2026

kieler uni live @ Kieler Woche 2026

Sommer, Segeln, Wissenschaft: Die größte Uni des Landes feiert an der Kiellinie mit einem riesigen Programm – und mit euch!

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verwandelt auch in diesem Jahr die Wiese vor dem Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) am Anfang der Kiellinie in ein riesiges Mitmach-Areal – mit Wissenschaft zum Anfassen und Erleben.

Nach der Eröffnung der „kieler uni live“ am 20. Juni um 12 Uhr hat die Uni während der gesamten Kieler Woche (20.-28. Juni 2026) täglich von 11-17 Uhr ein abwechslungsreiches Programm im Angebot. Willkommen sind alle! Für Kinder mit Eltern, Studieninteressierte oder Alltags-Neugierige aller Altersgruppen bieten über 200 Studiengänge, acht Fakultäten, vier Forschungsschwerpunkte und zwei Exzellenzcluster jede Menge Stoff für spannende Experimente und Geschichten. Der Eintritt ist frei.

Wissensparcours an der Kiellinie

Inmitten der belebten Kieler-Woche-Meile zeigt die Kieler Uni ihre ganze Vielfalt! Entdeckt die verschiedensten Forschungsfelder, erlebt Experimente hautnah und macht auch selber mit. Begebt euch auf Edelsteinsuche und erkundet die Welt der Mineralien, taucht ein in die faszinierende Unterwasserwelt von Salzwiesen und Seegras oder versucht euch im Programmieren. Gestaltet euer eigenes kleines Kunstwerk zum Mitnehmen oder erfahrt spielerisch mehr über den menschlichen Körper, wie die Menschen früher gelebt haben und was wir für unsere Zukunft daraus lernen können. Kommt vorbei – hier steht Mitmachen im Mittelpunkt!

Natürlich dürfen auch die beliebten Blitzsprachkurse nicht fehlen: Neben hilfreichen Tipps zur italienischen Gestik für den Sommerurlaub könnt ihr unter anderem auch erste Sprachkenntnisse auf Polnisch, Ukrainisch, Niederländisch, Chinesisch oder Platt erlangen.

Wieder dabei: „Bachelor of KiWo“

Wenn schon studieren, dann doch bitte mit Abschluss. Wer sich erfolgreich durch den Wissensparcours bewegt, einige Kurse belegt und Lust auf eine extra Portion Spaß hat, bekommt von uns den „Bachelor of Kieler Woche“ inklusive Urkunde und Abschlussfoto. Geeignet ist das Schnellstudium für alle ab sechs Jahren. Voraussetzung ist Neugier auf Wissen

Programm in der Seeburg

Direkt neben dem Pagodenpark öffnet die CAU für euch zusammen mit der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft (SHUG) die Seeburg. Neben der beliebten Science Show stellen euch hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Neuestes aus ihrer Forschung vor – in spannenden Kurzvorträgen und innovativen Formaten. In diesem Jahr zum ersten Mal: Der Lernort Seeburg heißt euch im Glasanbau herzlich willkommen. Lernt den Digital Learning Campus kennen und erlebt Technik und Wissenschaft zum Anfassen.

kieler uni live macht mit bei „Science Comes to Town“

Drei europäische Städte – 365 Tage Wissenschaft: Mit „Science Comes to Town“ rückt 2026 ein Jahr lang die Wissenschaft in den Mittelpunkt der Städte Kiel, Brest (Frankreich) und Split (Kroatien). Das EU-geförderte Projekt bringt mit Festivals, Workshops, Mitmachaktionen und weiteren Beteiligungsformaten Forschung direkt in die Städte und Regionen. Auch die CAU beteiligt sich das gesamte Jahr mit vielen Veranstaltungen am erstmals geplanten 365-Tage-Programm.

Kommt vorbei zur kieler uni live – wir freuen uns auf euch! Alle Informationen und das Programm zur kieler uni live unter: www.uni-kiel.de/live

Presse, Kommunikation und Marketing, Eva Sittig
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Florian Huber, Meeresarchäologe und ehemaliger Dozent der Universität Kiel.
 

3.5.2026 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

In die Vergangenheit eintauchen, um die Zukunft zu verstehen

Ein Meeresarchäologe fordert mehr Aufklärung und Bildung zum Schutz des „Planeten Wasser“.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Wenn Florian Huber zur Arbeit geht, erkundet er Schiffswracks und andere Zeugnisse der Menschheitsgeschichte – verborgen in einer Welt, die nur die wenigsten Menschen jemals zu Gesicht bekommen.

Doch die Forschungen des Meeresarchäologen und leidenschaftlichen Tauchers über die versunkene Vergangenheit zeichnen zugleich ein beunruhigendes Bild der Gegenwart: Unterwasser-Ökosysteme sind zunehmend durch Verschmutzung, Plastikmüll, Überfischung und andere moderne Eingriffe bedroht. Hinzu kommen steigende Wassertemperaturen, die das empfindliche ökologische Gleichgewicht zwischen Land und Ozeanen gefährden – jenen Meeren, die mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken.

„Wenn man die Erde aus dem All betrachtet, sieht man Blau – die Ozeane. Es ist der Planet Wasser, nicht der Planet Erde“, sagt Huber, der gemeinsam mit drei Meeresbiologen Submaris gegründet hat, ein in Kiel ansässiges Unternehmen, das Tauchdienstleistungen für Wissenschaft und Medien anbietet. „Wenn die Ozeane ein Problem haben, werden wir an Land noch viel größere Probleme bekommen.“

Müll und Verschmutzung sind vergleichsweise leicht zu erkennen. In größeren Tiefen beobachtet Huber bei seinen Expeditionen zu versunkenen Wracks jedoch vor allem einen schleichenden Verlust der Artenvielfalt. „Ich tauche inzwischen seit mehr als 30 Jahren und habe erlebt, wie die Fischbestände in der Ostsee zurückgehen“, sagt er. „Unter Schiffswracks verstecken sich keine Dorsche mehr, und auch Aale gibt es nicht mehr. Was wir heute dort unten sehen, sind Zeichen eines äußerst fragilen Planeten.“

Das Bewusstsein für diese Entwicklungen zu schärfen, steht im Zentrum von Hubers Arbeit. Der frühere Dozent am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel gehört zu den Botschaftern der Stadt für das Projekt „Science Comes to Town“ (SCTT). Kiel ist neben Brest in Frankreich und Split in Kroatien eine der Gastgeberstädte des Projekts. Das von der Europäischen Kommission unterstützte Jahresprogramm soll Forschende und Bevölkerung miteinander vernetzen und zugleich das Interesse an wissenschaftlicher Bildung fördern.

„Wissenschaftler müssen eine Sprache und Wege finden, Informationen so zu vermitteln, dass sie alle verstehen können“, erklärt Huber. „Und ‚Science Comes to Town‘ ist eine Möglichkeit, genau das zu tun.“ Wissenschaft verständlicher zu machen, helfe zudem dabei, Fehlinformationen entgegenzuwirken und das Bewusstsein für die Bedeutung der Meere für das ökologische Gleichgewicht der Erde zu stärken. „Wir sprechen darüber, wie faszinierend und wichtig die Ozeane sind – aber wir müssen den Menschen auch zeigen, wie stark sie bedroht sind“, betont Huber.

Schutz für eine Welt, die wir nicht sehen

Hubers Engagement für mehr Aufklärung fällt in eine Zeit, in der das Europäische Parlament über den sogenannten „Ocean Pact“ berät – ein Vorhaben der Europäischen Kommission, das einen gemeinsamen Rahmen für die Meerespolitik der EU schaffen soll. Aus Hubers Sicht müssen politische Entscheidungsträger den Schutz der Ozeane und die Bildung stärker priorisieren, um auch künftigen Generationen gesunde Meeresökosysteme zu sichern.

Viele Menschen stünden den Problemen der Ozeane gleichgültig gegenüber, beklagt Huber – obwohl schätzungsweise 40 Prozent der Europäer weniger als 50 Kilometer vom Meer entfernt leben. In Bayern, seiner Heimatregion im Süden Deutschlands, konzentrierten sich viele Menschen eher auf lokale Herausforderungen wie schmelzende Gletscher oder Overtourism. „Aber die Menschen müssen verstehen, dass der Ozean Kohlenstoff aufnimmt, das Klima kühlt und den Sauerstoff produziert, den wir atmen“, erklärt Huber. „Wir leben im Grunde auf einem Wasserplaneten – und wir alle müssen ihn schützen.“

Mit großer Leidenschaft spricht der Meeresarchäologe über die versunkenen Grabstätten, die er erforscht. Seeleute verbreiteten Ideen, Handel und Zivilisation – ebenso wie Konflikte und Unterdrückung. Doch ihre Unglücke auf See hinterließen heutigen Forschenden einen unschätzbaren Informationsschatz. „Deshalb faszinieren mich Schiffswracks so sehr: Sie helfen uns zu verstehen, wie Menschen lebten, über welche technischen Fähigkeiten sie verfügten und welche Ressourcen ihnen zur Verfügung standen“, sagt Huber. „Die Ozeane waren wie die ersten Autobahnen – sie ermöglichten den weltweiten Austausch von Menschen und Waren. Und bis heute wird der Großteil des globalen Güterverkehrs über die Meere abgewickelt.“

In Deutschland ist Huber vor allem dafür bekannt, junge Menschen für die Unterwasserwelt zu begeistern. Er hat mehrere Kinderbücher über das Leben unter Wasser geschrieben, darunter ein demnächst erscheinendes Buch über das Wrack der Titanic. Es sei entscheidend, Schülerinnen, Schüler und junge Erwachsene für naturwissenschaftliche Studiengänge zu motivieren. „Ich möchte ihnen den Mut geben zu sagen: ‚Wenn ich die Schule abgeschlossen habe, kann ich Wissenschaftler werden.‘“ Regelmäßig tritt Huber in den Medien auf und engagiert sich bei Wissenschaftsveranstaltungen in Kiel.

Forschung zu Meeresmüll weltweit

Huber studierte Archäologie, Anthropologie und Nordische Ethnologie an Universitäten in Deutschland und Schweden und absolvierte seine Ausbildung am Scientific Dive Centre der Universität Kiel. Er nahm an Expeditionen und Ausgrabungen in Europa sowie in anderen Regionen der Welt teil, darunter Ghana, Mexiko, Chile, Neuseeland und die Azoren. Neben Schiffswracks erforscht er auch versunkene Siedlungen aus der Antike.

Millionen gesunkener Schiffe liegen auf den Meeresböden der Welt verstreut. Mit der Zeit werden sie von Meeresorganismen besiedelt und entwickeln sich zu wertvollen Forschungslaboren für Archäologen, Biologen und andere Wissenschaftler. Zugleich zeigen sie aber auch, wie stark menschliche Aktivitäten an Land die Ozeane beeinflussen.

Jüngste bewaffnete Konflikte – etwa im Schwarzen Meer oder in der Straße von Hormus – erinnern daran, welche Risiken von gesunkenen Kriegsschiffen und anderem militärischen Gerät ausgehen. „Das sind tickende Zeitbomben“, warnt Huber und verweist auf die langfristigen Gefahren. Noch immer lägen Wracks aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in den Weltmeeren verstreut und verschmutzten die Ozeane Jahrzehnte nach dem Ende dieser Konflikte weiter.

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT.

 
 

27.4.2026

Kinderuni Spezial im Sommer "Die Milch verwandelt sich" am Max Rubner Institut

Mittwoch, 17.06.2026 von 15:00 Uhr -16:30 Uhr mit Dr. Kristina Bartsch & Dr. Stefan Nöbel

Zur Veranstaltung
 
 

21.4.2026

Citizen Science: Kieler Stadtnatur bei der City Nature Challenge entdecken

Seit zehn Jahren erkunden immer wieder Ende April Tausende Menschen in Städten überall auf der Welt ihre regionale Artenvielfalt. Kiel ist nun bereits zum sechsten Mal bei der City Nature Challenge dabei.

Ob im eigenen Garten, im Wald oder auf einem Spaziergang durch die Stadt: Alle können mitmachen und ihre Beobachtungen teilen. Die Challenge ist in diesem Jahr Teil des Projektes Science Comes to Town.

Die Teilnahme ist ganz einfach: Interessierte können in der Zeit von Freitag, 24. April, bis Montag, 27. April, Pflanzen, Tiere und Pilze innerhalb der KielRegion (Landeshauptstadt Kiel, Kreis Plön und Kreis Rendsburg-Eckernförde) fotografieren und die Bilder mit Hilfe der kostenlosen App iNaturalist in die Datenbank hochladen.

Alke Voß, Stadträtin für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, erklärt: „Die City Nature Challenge ist eine einzigartige Möglichkeit, in kurzer Zeit zahlreiche lokale Arten zu erfassen und unser Wissen über unsere lokale Biodiversität zu stärken. Gleichzeitig können alle Teilnehmenden auch mithilfe der Bilderkennung von iNaturalist noch viel dazulernen. Ich bin gespannt, wie Kiel im Vergleich zu Städten wie Berlin, San Francisco, Tokyo, Bangkok, New York oder Kapstadt abschneiden wird.“

Am 13. Mai werden die weltweiten Ergebnisse veröffentlicht. Dann zeigt sich, wie sich Kiel an der Seite von rund 700 Städten rund um den Globus präsentiert. Bei einer Veranstaltung am 21. Mai ab 18 Uhr im Nachhaltigkeitszentrum am Europaplatz 2 gibt es Preise für die fleißigsten Kieler Beobachter*innen und es wird eine Ausstellung mit den schönsten Fotos aus der Region eröffnet. Zudem ist ein Vortrag des Biologen Dr. Michael Baum geplant.

Weitere Informationen zur Challenge und Veranstaltung finden Interessierte online unter www.kiel.de/umweltberatung. Mehr zu Science Comes to Town gibt es unter www.sctt-2026.de.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner

Redaktion dieser Meldung: Arne Ivers,
Telefon (0431) 901-2513;
E-Mail presse@kiel.de

 
 

10.4.2026

Science & Shopping bringt Wissenschaft in die Holtenauer Einkaufen, staunen und nachfragen

Astronomisch beginnt der Sommer erst am 21. Juni. Wissenschaftlich startet Kiel aber bereits am Sonnabend, 18. April, in die warme Jahreszeit: Zum Auftakt des Science Summer in der Landeshauptstadt sind dann unter dem Motto Science & Shopping rund 20 Wissenschaftler*innen zu Gast in der Holtenauer Straße. Sie bringen ihre ganz unterschiedlichen Forschungsthemen mitten in den Einkaufstrubel.

Zahlreiche Geschäfte der Einkaufsmeile Holtenauer Straße werden an dem Tag zwischen 11 und 14.30 Uhr zur Bühne der Wissenschaft. Mit kurzweiligen und leicht verständlichen Formaten wollen Wissenschaftler*innen aus Kieler Hochschulen und Forschungseinrichtungen aktuellen Themen vorstellen und interessante Einblicke geben.

Die Besucher*innen können sich auf ein abwechslungsreiches Programm zu vielfältigen Themen freuen und erfahren zum Beispiel das Geheimnis um den Bierschaum, was genau Industriedesign ist, welchen Einfluss KI auf Wirtschaft und Politik hat und wie Arzneimittel in die Umwelt gelangen und was man dagegen tun kann. Das gesamte Science & Shopping-Programm steht hier online.

„Der Science Summer ist durch die erneute Förderung Teil der European Researchers’ Night und zugleich Partner des EU Projekts Science Comes to Town, welches wir gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel umsetzen. Science & Shopping zeigt, was beide Projekte verbindet: Wissenschaft mitten im Alltag erlebbar zu machen und offen für alle zugänglich“, sagt Robert Semkow, Geschäftsführer der KielRegion GmbH.

Science & Shopping unterstützt als Event im Science Summer das Projekt Science Comes to Town, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Vertrauen in die Wissenschaft zu fördern. Weitere Informationen zu Science Comes to Town gibt es unter www.sctt-2026.de.

„Formate wie Science & Shopping zeigen eindrucksvoll, wie bedeutungsvoll Wissenschaft für unseren Alltag ist – aber auch wie lebendig und nah sie den Kieler*innen kommen kann. Forschung wird gezielt in den öffentlichen Raum getragen. So entstehen interessante Begegnungen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Daran arbeiten alle am Wissenschaftsstandort Kiel und ganz besonders in unserem von der EU-geförderten Jahr Science Comes to Town“, freut sich Kiels Bürgermeisterin Renate Treutel.

Organisiert wird die Veranstaltung von den Wissenschaftsreferentinnen im städtischen Referat für Wirtschaft mit Unterstützung der KielRegion GmbH und des Vereins Die Holtenauer e.V.

Kontakt: Kerstin Großmann,

 
Valère Ndior, Professor für Öffentliches Recht an der Université de Bretagne Occidentale in Brest.
 

1.4.2026 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

Im Minenfeld der sozialen Medien navigieren

Forschende begegnen im Netz zunehmend unbegründeter Kritik und Desinformation.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die neue Forschungsergebnisse veröffentlichen, Ideen austauschen oder sich außerhalb akademischer Kreise in politische Debatten einbringen möchten, sind soziale Medien oft ein naheliegendes Instrument.

Doch immer häufiger erleben Forschende digitale Plattformen als zweischneidiges Schwert: Einerseits ist die öffentliche Sichtbarkeit ihrer Arbeit wichtig – nicht zuletzt, um Erwartungen von Förderern zu erfüllen. Andererseits setzen sie sich damit unbegründeter Kritik und sogar dem Vorwurf aus, selbst Falschinformationen zu verbreiten.

„Für Wissenschaftler und Forschende allgemein wird es immer schwieriger, ihre Ergebnisse zu vermitteln, ohne dass ihre Legitimität oder die Genauigkeit ihrer Forschung angegriffen wird“, sagt Valère Ndior, Professor für Öffentliches Recht an der Université de Bretagne Occidentale in Brest, Frankreich. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit Desinformation in sozialen Medien. Forschende, die irreführende Inhalte im Netz hinterfragen, würden häufig selbst der politischen Voreingenommenheit oder mangelnden Objektivität beschuldigt, erklärt Ndior. Manche zögen sich deshalb vollständig aus sozialen Netzwerken zurück, weil sie sich dem Druck nicht mehr gewachsen fühlten und keinen konstruktiven Austausch mehr möglich sähen. „Es ist wirklich traurig zu sehen, dass Forschende in manchen Fällen soziale Medien ganz verlassen, weil ihnen der Druck zu groß wird oder sie sich bedroht fühlen“, sagt er.

Ndior, ehemaliger Präsident des Frankophonen Netzwerks für Internationales Recht, engagiert sich zudem in europäischen Initiativen, die Wissenschaft und Forschungsergebnisse stärker für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Als Botschafter des Projekts „Science Comes to Town“ (SCTT) beteiligte er sich zuletzt an Diskussionen über die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft und über Online-Desinformation. Die von der Europäischen Kommission geförderte Initiative verbindet Brest mit den beiden weiteren Städten Kiel in Deutschland und Split in Kroatien. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung, Universitäten und Forschungseinrichtungen zu stärken und das Bewusstsein für Wissenschaft in Europa zu fördern.

Ndior unterscheidet klar zwischen kritischem Denken und gedankenloser Kritik. Zugleich beobachtet er, dass Online-Debatten zunehmend von fragwürdigem Verhalten und koordinierten Informationskampagnen geprägt seien – darunter sogenannte „Raids“, bei denen Diskussionen gezielt dominiert werden sollen, oder „Astroturfing“, bei dem kleine Gruppen den Eindruck einer breiten Bewegung erzeugen, um Debatten zu beeinflussen. Solche Muster nachzuverfolgen sei schwieriger geworden, weil einige Plattformen den Zugang zu Daten eingeschränkt oder kostenpflichtig gemacht hätten – trotz der Vorgaben des europäischen Digital Services Act, der Forschenden eigentlich den Datenzugang sichern soll. „Die Plattformen wurden deutlich zurückhaltender, sobald der Zugang zu Daten nicht mehr freiwillig war, sondern gesetzlich vorgeschrieben wurde“, sagt Ndior.

Wendepunkte

Unbegründete Behauptungen und Skepsis gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen gab es schon lange vor Internetforen. Doch insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und dem Klimawandel habe die Feindseligkeit im Netz spürbar zugenommen – parallel zum Bedeutungsverlust klassischer Kontrollmechanismen zur Moderation von Inhalten.

Für Ndior machten fragwürdige Behauptungen über Corona-Maßnahmen und die Sicherheit von Impfstoffen deutlich, wie schwierig der Balanceakt zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz von Gesundheit und öffentlicher Ordnung ist. Versuche, Inhalte zu entfernen, die als falsch oder gesundheitsgefährdend eingestuft wurden, hätten Vorwürfe der Zensur ausgelöst und seien teilweise sogar juristisch angefochten worden.

Die Sorge über Angriffe auf die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen hervorgebracht und Fachgemeinschaften dazu veranlasst, Strategien gegen digitale Angriffe zu entwickeln. Diese Verunsicherung reiche inzwischen bis in die Generation hinein, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Ndior berichtet, dass viele seiner Studierenden – etwa jene, die zu Regulierung künstlicher Intelligenz, Hassrede oder Online-Überwachung forschen – zögerten, ihre Arbeiten oder Ansichten öffentlich zu teilen. „Viele wollen sich nicht zu sehr exponieren, weil sie sich nicht darauf vorbereitet fühlen, mit heftigen Reaktionen und Angriffen auf ihre Forschung konfrontiert zu werden“, erklärt er.

Sicherere Räume für den Austausch

Juristische Schritte gegen falsche oder verleumderische Beiträge seien nicht zwangsläufig die beste Lösung – insbesondere angesichts der grenzüberschreitenden Struktur des Internets. Prozesse kosteten Zeit und Geld und könnten im Fall eines Scheiterns sogar kontraproduktiv wirken. Stattdessen rät Ndior Forschenden dazu, bewusst auszuwählen, wie und wo sie kommunizieren. Professionelle Online-Netzwerke und moderierte Diskussionsräume böten ein deutlich besseres Umfeld für einen sachlichen Austausch. Ebenso hebt er den Wert klassischer Formate hervor – etwa Radiointerviews oder persönliche Gespräche in Schulen, Bibliotheken und auf Wissenschaftsmessen. Diese förderten den direkten Dialog mit der Öffentlichkeit. „Persönlicher Kontakt macht einen enormen Unterschied“, sagt er, auch wenn solche Formate nicht die globale Reichweite sozialer Medien hätten.

Ndior fand eher zufällig zu seinem Forschungsschwerpunkt Digitalrecht und Online-Desinformation. Während seiner Promotion im Völkerrecht – in den frühen Jahren sozialer Netzwerke – begann er, Beiträge von Regierungen und Staatsoberhäuptern daraufhin zu analysieren, ob sie als offizielle Stellungnahmen und damit als Beweismittel in Gerichtsverfahren gelten könnten. Seine Forschung stieß auf mediales Interesse und führte zu Einladungen zu Konferenzen und Vorträgen. „Das war ursprünglich überhaupt nicht mein Plan“, sagt er. „Aber genau so funktioniert Forschung: Ein bestimmtes Ereignis oder Phänomen weckt plötzlich dein Interesse – und auf einmal wird es zum Mittelpunkt deiner Arbeit.“

Für Ndior bietet SCTT „einen doppelten Nutzen“ für Forschende: Es ermögliche ihnen, sich mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen und zugleich mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. „Es gibt eine große Gemeinschaft von Menschen außerhalb der Wissenschaft, die kritisch denken, Fragen stellen, Informationen erhalten und eigene Ideen einbringen möchten“, sagt er. „Dieses Feedback schätze ich sehr.“

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT.

 
 

9.3.2026

EU TalentOn 2026: Junge Forschende gestalten die Zukunft in Brest

Die Teilnehmenden treten in Teams an, um innovative Lösungen zu entwickeln, die sich an den fünf EU-Missionen orientieren. Jetzt bis 30. April bewerben!

Vom 7. bis 11. September 2026 wird Brest zum Zentrum der europäischen Wissenschaft, wenn dort die dritte Ausgabe von EU TalentOn stattfindet – ein dynamischer Wettbewerb für junge Forschende im Alter von 21 bis 35 Jahren. Organisiert vom Technopôle Brest-Iroise im Rahmen der EU-geförderten Initiative Science Comes to Town, bringt das fünftägige Event über 100 der vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftler*innen Europas zusammen, um an Lösungen für einige der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen zu arbeiten.

Fünf Missionen, ein Ziel: Innovation mit Wirkung

Die Teilnehmenden treten in Teams an, um innovative Lösungen zu entwickeln, die sich an den fünf EU-Missionen orientieren:

  • Anpassung an den Klimawandel
  • Krebsprävention und -versorgung
  • Wiederherstellung unserer Ozeane und Gewässer
  • Klimaneutrale und intelligente Städte
  • Ein Bodenschutz-Pakt für Europa

Diese Missionen stehen im Zentrum der europäischen Forschungsagenda und spiegeln die dringendsten Prioritäten des Kontinents wider. EU TalentOn 2026 ist dabei mehr als nur ein Wettbewerb – es ist ein Schmelztiegel für Innovation, Zusammenarbeit und konkrete gesellschaftliche Wirkung.

Wer kann sich bewerben?

  • Studierende im Master, Master-Absolvent:innen, Promovierende, Postdocs und junge Forschende (21–35 Jahre)
  • Alle Fachrichtungen
  • Bewerbungen aus ganz Europa möglich

„Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven aufeinandertreffen. Wir setzen auf diese Vielfalt, um kreative und praxisnahe Lösungen zu entwickeln“, so das Technopôle Brest-Iroise. 

Das Erlebnis: Lernen, zusammenarbeiten, präsentieren

Die ausgewählten Teilnehmenden arbeiten in interdisziplinären Teams und werden von erfahrenen Coaches aus Forschung und Innovation begleitet. Das Programm umfasst Masterclasses, Workshops und Networking-Möglichkeiten und endet mit einer Preisverleihung am 11. September. Reise, Unterkunft und Verpflegung während der Finalwoche werden vollständig übernommen.

Preise im Gesamtwert von 80.000 €

  • 8.000 € und 5.000 € für die beiden besten Teams in jeder Missionskategorie
  • 12.000 € Hauptpreis der Jury für die beste Gesamtidee
  • Weitere Auszeichnungen

Warum Brest?

Brest verfügt über eine lebendige Wissenschaftslandschaft mit Einrichtungen wie Ifremer, dem Universitätsklinikum Brest (CHU Brest) und der Universität der Westbretagne (UBO). Damit bietet die Stadt ideale Bedingungen, um Ideen in die Praxis umzusetzen.

„EU TalentOn bringt die klügsten Köpfe Europas in Brest zusammen, um Kreativität, Zusammenarbeit und wissenschaftliche Exzellenz zu feiern“, sagt François Cuillandre, Bürgermeister von Brest und Präsident von Brest Métropole.

Wichtige Termine

  • Bewerbungsstart: 9. März 2026
  • Bewerbungsschluss: 30. April 2026
  • Finalwoche: 7.–11. September 2026

Über „Science Comes to Town“

EU TalentOn ist Teil der Initiative Science Comes to Town, eines einjährigen Programms in Brest, Kiel und Split, das Wissenschaft für alle zugänglich und erlebbar machen soll. Mit über 1.000 Aktivitäten und mehr als 70 Partnern verbindet die Initiative Forschung, Innovation und Gesellschaft, stärkt das Vertrauen in die Wissenschaft und inspiriert die nächste Generation von Forschenden.

Kontakt EU TalentOn:

Technopôle Brest-Iroise: https://www.tech-brest-iroise.fr/

 
Ilka Parchmann, Professorin für Didaktik der Chemie an der Universität Kiel.
 

4.3.2026 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

Wissenschaft sichtbarer machen

Kieler Professorin für Chemiedidaktik erklärt, wie sich Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften begeistern lassen.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Schülerinnen und Schüler für Chemie zu begeistern, sollte eigentlich nicht schwer sein: Wer versteht, wie Stoffe miteinander reagieren und sich verändern, erhält einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Welt. Chemie stillt Neugier und vermittelt das Gefühl von Entdeckung. Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht im Fach selbst, sondern darin, wie es unterrichtet wird – und wie relevant es für den Alltag der Lernenden erscheint.

Für Ilka Parchmann, Professorin für Chemiedidaktik in Kiel, bedeutet neugierige Kinder vor allem, ihnen verständlich zu machen, warum sie etwas lernen. Praktische Erfahrungen spielen dabei eine zentrale Rolle. „Schülerinnen und Schüler brauchen einen ‚Wow-Moment‘ – wow, ich habe es geschafft, ich habe das Problem gelöst“, erklärt Parchmann. „Wenn sie merken, dass sie das Gelernte anwenden und Aufgaben eigenständig lösen können, verstehen sie, warum das Wissen relevant ist. Solche Dinge wären möglich, werden im Unterricht aber noch viel zu selten umgesetzt.“

Neben ihrer Tätigkeit an der Universität Kiel und ihrer Leitung der Abteilung Chemiedidaktik am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) engagiert sich Parchmann als Botschafterin des Projekts „Science Comes to Town“ (SCTT). Die von der Europäischen Kommission unterstützte Initiative möchte Wissenschaft stärker in die Gesellschaft tragen und junge Menschen für naturwissenschaftliche Bildung und Berufe gewinnen.

Für Parchmann verkörpert SCTT genau das, worum es in guter Wissenschaftsbildung geht. „Es ist eine wunderbare Möglichkeit, mehr Menschen dafür zu sensibilisieren, warum Wissenschaft so wichtig ist und wie man Wissenschaft positiv erleben kann. Genau das brauchen wir für gute Wissenschaftskommunikation und Bildung.“ Besonders schätzt sie die internationale Zusammenarbeit, die fest in SCTT verankert ist. Kiel gehört gemeinsam mit den weiteren Gastgeberstädten Brest in Frankreich und Split in Kroatien zu Standorten renommierter Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft sichtbar machen und die europäische Zusammenarbeit stärken wollen.

Das Projekt kommt zudem zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Europa versucht angesichts globaler Unsicherheiten, Forschung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit massiv auszubauen. Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik – den sogenannten MINT-Fächern – gilt dabei als Schlüssel. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien eine besorgniserregende Entwicklung: Die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in diesen Fächern gehen zurück, was den Fachkräftemangel in technischen Berufen und im Gesundheitswesen weiter verschärft.

Der deutsche „Education and Training Monitor 2025“ verdeutlicht das Ausmaß des Problems in Europas größter Volkswirtschaft: Der Anteil leistungsschwacher 15-Jähriger stieg zwischen 2015 und 2024 von 17 auf fast 23 Prozent und liegt damit deutlich über dem Zielwert von 15 Prozent bis 2030. Hinzu kommt, dass viele europäische Länder unter akutem Lehrkräftemangel in den Naturwissenschaften leiden – insbesondere an weiterführenden Schulen. Auch die anhaltende Geschlechterungleichheit in manchen wissenschaftlichen Disziplinen erhöht den Handlungsdruck.

Wissenschaftsbildung neu denken

Nach Ansicht von Parchmann lassen sich diese Herausforderungen nur bewältigen, wenn traditionelle Bildungsmodelle grundlegend überdacht werden. Ein Problem sei struktureller Natur: In Deutschland müssen Studierende bereits zu Beginn ihres Hochschulstudiums entscheiden, ob sie Lehrerinnen oder Lehrer werden möchten. Das schränke die Flexibilität für Naturwissenschaftler ein, die später in den Bildungsbereich wechseln wollen. Hinzu komme die starke Abhängigkeit des deutschen Schulsystems von Hausaufgaben, die Kinder ohne stabiles familiäres Unterstützungsumfeld benachteiligen könne.

Universitäten könnten eine wichtige Rolle dabei spielen, Lösungen zu entwickeln und weiterzugeben, sagt Parchmann. Wer früh lerne, fachübergreifend zusammenzuarbeiten und unterschiedliche Berufswege kennenzulernen, baue wertvolle Netzwerke für die Zukunft auf. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen am Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Universität Kiel habe sie diesen Ansatz bereits erprobt, indem Studiengänge der Lebensmittelwissenschaften mit der Lehramtsausbildung verknüpft wurden – zum Vorteil aller Beteiligten. „Die Studierenden erleben sowohl die Freude an der Wissenschaft als auch die Freude am Lehren und Lernen“, erklärt Parchmann.

Darüber hinaus hat die Universität ein Studienprogramm geschaffen, das Studierenden offensteht, die zunächst ein naturwissenschaftliches Studium begonnen haben und sich erst später für den Lehrerberuf entscheiden. „Wir werden vermutlich nicht genügend 18-Jährige finden, die sagen: Das ist mein Traum, ich möchte Naturwissenschaftslehrerin oder -lehrer werden“, sagt Parchmann. „Aber wir brauchen gute Programme, die Chemikerinnen, Chemiker und andere Wissenschaftler beim Wechsel in die Bildungsarbeit unterstützen. So gewinnen wir qualifizierte Lehrkräfte mit Praxiserfahrung und pädagogischer Ausbildung, die ihr Wissen engagiert an Schülerinnen und Schüler weitergeben möchten.“

Auch Lehrkräfte selbst könnten durch die Zusammenarbeit mit aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern profitieren. Das helfe ihnen, Unterrichtsinhalte stärker an aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen auszurichten. „Die Anforderungen und Bedürfnisse vieler Berufe sind Naturwissenschaftslehrkräften oft gar nicht ausreichend bekannt. Deshalb wissen sie häufig nicht genau, wie sie Schülerinnen und Schüler am besten auf MINT-Berufe vorbereiten können“, erklärt Parchmann. Solche Kooperationen könnten „der jungen Generation ein Bild davon vermitteln, wie Karrieren in der Wissenschaft aussehen, und sie motivieren, sich mit Entwicklungen auseinanderzusetzen, die ihre eigene Zukunft betreffen“.

Lernen außerhalb des Klassenzimmers fördern

Parchmanns Begeisterung für Chemie begann mit einem einfachen Schulversuch: Schwefel wurde erhitzt und veränderte dabei Farbe und Konsistenz. „Das war eines der ersten Erlebnisse, das mich wirklich neugierig gemacht hat“, erinnert sie sich. „Ich wollte verstehen, was dort eigentlich passiert.“ Unterstützende Lehrkräfte und Eltern hätten ebenfalls entscheidend zu ihrem beruflichen Weg beigetragen.

Doch nicht alle Kinder hätten diese Voraussetzungen. Deshalb betont Parchmann, wie wichtig Mentoring und Möglichkeiten sind, Wissenschaft unmittelbar zu erleben. Das könne dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund motiviert bleiben. „Außerschulische Aktivitäten und Lerngruppen können gerade für Kinder und Jugendliche ohne familiäre Unterstützung enorm hilfreich sein“, sagt sie. Besonders an weiterführenden Schulen seien solche Angebote wichtig, da dort das Interesse an Naturwissenschaften häufig nachlasse.

Auch das öffentliche Bild der Chemie beeinflusse, ob Schülerinnen und Schüler dem Fach treu bleiben. Chemie sei oft negativ besetzt. Genau deshalb seien Initiativen wie SCTT so bedeutsam, erklärt Parchmann, weil sie Wissenschaft einem breiteren Publikum zugänglich machten. „Wir müssen einige der Klischees über Chemie abbauen – etwa die Vorstellung, Chemie sei grundsätzlich gefährlich – und stattdessen ihren konkreten Nutzen für die Gesellschaft zeigen“, sagt sie. „Science Comes to Town bietet eine wunderbare Möglichkeit, mehr Menschen für die Bedeutung von Wissenschaft zu sensibilisieren und zu zeigen, wie positiv Wissenschaft erlebt werden kann.“

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT.

 
 

5.3.2026

Kinderuni Roboter und Eis?! Wir schauen nach, was Roboter alles können und warum sie sogar mit Eis herumexperimentieren

Kostenfreie Tickets für die Kinderuni am 18. März ab sofort verfügbar

 
 

4.3.2026

Report Forschung und Innovation ins Herz der Gemeinschaft bringen

Science | Business veröffentlicht Report zur Eröffnungsveranstaltung von Science Comes to Town. 

Dieser Bericht fasst die wichtigsten Diskussionen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen der SCTT-Auftaktveranstaltung zusammen, die am 20. Januar in Split stattfand. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Gemeinschaften den wissenschaftlichen Fortschritt vorantreiben, wie Wissenschaft das kulturelle Erbe unterstützen kann und welche Bedeutung Vielfalt in der wissenschaftlichen Bildung hat.

Zum Download

 
 

3.3.2026

Wettbewerb: Science Comes to Town startet internationalen Science Battle

Teams können sich noch bis zum 20. März bewerben

Science Comes to Town ruft Bürger*innen in Kiel und der KielRegion auf, sich am internationalen Science Battle gegen Teams aus den Projektpartnerregionen Brest und Split zu beteiligen.

Der Science Battle ist ein mehrstufiger Wissenschaftswettbewerb, bei dem Teams aus jeweils fünf Personen in mehreren Runden Antworten entwickeln – zum Beispiel auf Fragen zum Meeresschutz, zur Gesundheit, aber auch zu Technik oder Zusammenleben. Ziel ist es, wissenschaftliche Kompetenz zu stärken und gemeinsam Neugier und Freude am Tüfteln weiterzuentwickeln.

Der Wettbewerb findet parallel in Kiel, Brest und Split statt. In jeder Region starten zwölf Teams, die sich aus Schüler*innen ab 14 Jahren, Berufstätigen, Familien, Freundeskreisen, Kollegien oder Vereinsgruppen zusammensetzen können. Gemischte Teams mit vielfältigen Hintergründen und ausgewogenem Geschlechterverhältnis sind ausdrücklich erwünscht.

Ablauf, Termine und Orte

Der Science Battle gliedert sich in mehrere Runden. Je ein Siegerteam aus Kiel, Brest und Split wird schließlich im internationalen Finale antreten. In allen drei Regionen werden drei Vorrunden durchgeführt. Das große Finale findet in Kiel statt.

Für die Kieler Region stehen die öffentlichen Termine bereits fest: Die erste und zweite Runde findet am 25. April in der Lille Brauerei in Kiel statt. Die dritte Runde startet am 16. Mai im Savoy-Kino in Bordesholm und das internationale Finale steigt am 27. Juni im Rahmen der Kieler Woche auf dem Rathausplatz.

Im Finale treffen die Siegerteams aus Kiel, Brest und Split im Science Triathlon aufeinander und stellen sich live den Fragen und Aufgaben – vor Publikum vor Ort und digital.

Wie werden die Gewinner*innen ermittelt?

In den einzelnen Runden werden verschiedene Formate kombiniert. Es wird klassische Fragerunden geben, aber auch Escape-Spiele, bei denen die Teilnehmenden gemeinsam Lösungen finden müssen. Zudem sind Konstruktionsrunden, Präsentationen und Debatten geplant.

Im internationalen Finale winken attraktive Preisgelder von bis zu 2.500 Euro. Daneben gewinnen die Teams vor allem Sichtbarkeit, beeindruckende Erfahrungen im Umgang mit wissenschaftlichen Fragestellungen und die Möglichkeit, als Botschafter*innen ihrer Region aufzutreten.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen können Bürger*innen ab 14 Jahren. Teams bestehen aus fünf Personen. Mindestens ein Teammitglied sollte über gute Englischkenntnisse verfügen. Es werden keine wissenschaftlichen Vorkenntnisse benötigt – entscheidend sind Neugier und Spaß am gemeinsamen Denken.

Die Bewerbungsfrist für Teams endet am 20. März. Weitere Infos und das Bewerbungsformular sind auf der Projektwebseite www.sctt-2026.de zu finden.

Kontakt Projektleitung/Kommunikation::
Landeshauptstadt Kiel
Referat für Wirtschaft
Janin Thies (Kommunikationsreferentin Science Comes to Town)
E-Mail janin.thies@kiel.de
Telefon +49 431 901 1535
Handy +49 151 51894306

 
 

12.01.2026

Start der Ticketvergabe für die DLR_Raumfahrt_Show

Interaktive Wissenschaftsshow lädt 5.000 Kinder im Rahmen von „Science Comes to Town“ in das neue Konzerthaus ein

Aktuelle Information

Am Mittwoch, 18. März, wird eine Zusatzshow für Familien angeboten.

Vertreter*innen der Landeshauptstadt Kiel, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Konzerthauses Kieler Schloss gaben am Montag, 12. Januar, den Startschuss für die Ticketvergabe zur DLR_Raumfahrt_Show. Die mitreißende Wissenschaftsshow für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren gastiert erstmals in Kiel und lädt im Programm der Initiative „Science Comes to Town“ am 19. und 20. März unter dem Motto „Eine Zeitreise in die Zukunft“ zu spannenden 90 Minuten ein. Der Eintritt ist kostenfrei. Es wird vier Veranstaltungen für Schulklassen und eine öffentliche Nachmittagsveranstaltung für Familien geben. Die Online-Ticketvergabe ist gestartet. Alle Infos zur Show unter www.sctt-2026.de im Bereich Veranstaltungen.

Bildung, Kultur und Wissenschaft im Dialog

„Als Bildungs- und Kulturdezernentin sowie als ehemalige Wissenschaftsdezernentin bin ich begeistert, dass im neu eröffneten Konzerthaus am Kieler Schloss Bildung, Kultur und Wissenschaft zusammenkommen“, sagte Bürgermeisterin Renate Treutel bei der Auftaktveranstaltung. „So locken wir Kinder und Jugendliche mit einem faszinierenden Blick auf Alltagshemen an diesen tollen Ort: Neugierig sein, staunen, Zusammenhänge verstehen, Perspektiven verändern – also Lernen auf sehr ansprechende Weise, das will diese Synergie von Bildung, Kultur und Wissenschaft erreichen.“

Das Konzerthaus am Kieler Schloss öffnet mit der DLR_Raumfahrt_Show erstmals seine Türen für ein junges wissenschaftsinteressiertes Publikum. Konzerthausdirektor Tobias Scharfenberger betonte: „Mit Projekten wie ‚Science Comes to Town‘ wird deutlich, dass Kulturorte auch lebendige Lern- und Dialogorte der Stadtgesellschaft sind.“

MINT-Förderung mit Tradition und Zukunft

Kiel setzt seit Jahren auf die Förderung von Bildung in den sogenannten MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Bereits seit 2013 arbeitet die Landeshauptstadt mit Partnern wie der IHK Kiel, der Stiftung Kinder forschen sowie den Hochschulen daran, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Wissenschaft und Technik zu erleichtern.

„Kinder bringen eine natürliche Neugier, Begeisterung und den Wunsch mit, die Welt zu verstehen. Diese Begeisterung wollen wir neu erwecken, wachhalten und gezielt fördern“, so Treutel. „Unsere Ausrichtung ‚Bildung und Kultur für alle‘ bedeutet auch, manche Schulen mehr zu unterstützen als andere. Deshalb freuen wir uns sehr, dass für interessierte Startchancen-Schulen in Kiel und im Umland die Anfahrtskosten übernommen werden.“

Wissenschaft vor Ort – das DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme

Das in Kiel und Geesthacht ansässige DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme forscht unter anderem an sicheren, resilienten und vernetzten Schiffssystemen, an neuen Antriebstechnologien, an der Integration alternativer Energieträger sowie an digitalen Plattformen für den Betrieb maritimer Infrastrukturen – kurz: an sicheren und effizienten Technologien für den maritimen Wandel.

„Mit unseren maritimen Forschungsthemen treffen wir auf großes Interesse, denn viele Kielerinnen und Kieler haben eine enge Verbindung zum Meer und wissen um die Bedeutung und Herausforderungen des maritimen Wandels. Durch den Aufbau von Laboren und den Einsatz unseres in Kiel stationierten Schiffs wird künftig auch die konkrete Forschung im Transportsektor erfahrbar. Für die Akzeptanz notwendiger Veränderungen ist es entscheidend, diese Themen für die Bevölkerung zu öffnen. „Science Comes To Town” bietet dafür in diesem Jahr einen idealen Ort für Begegnungen und Diskussionen“, so Lukas Roß, Geschäftsfeldentwickler des Instituts.

Die erprobten Technologien unterstützen die maritime Wirtschaft auf dem Weg zu einem sauberen, zukunftsfähigen Transportwesen und schlagen die Brücke zwischen MINT-Forschung und nachhaltiger Entwicklung.

„Die DLR_Raumfahrt_Show zeigt, wie technische Innovation und Umweltbewusstsein gemeinsam Zukunft gestalten“, erklärte Tobias Bohnhardt, Leiter des DLR_School_Lab Berlin, der die Show in Kiel moderieren wird. „Unser Ziel ist es, Kinder für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern – durch Staunen, Mitmachen und die Freude am Entdecken.“

Stimmen aus Kieler Schulen:

Erste Rückmeldungen aus Kieler Schulen zeigen die Vorfreude auf den März: Die Kinder der vierten Klassen der Grundschule Wellsee haben ihre ganz eigenen Vorstellungen und Fragen. So wollten sie wissen, ob sie im Rahmen der Show echte Astronaut*innen treffen, ob vielleicht sogar etwas explodiert und ob es eine Zeitmaschine gibt.

Weitere Zitate aus Wellsee: „Ich hoffe, wir werden in den Weltraum geschossen!“ (Emil 4c) / „Das klingt wie ‚Zurück in die Zukunft‘“ (Miran 4c) / „Cool, ich kenne bisher nur den Astronauten, der auch bei der ‚Sendung mit der Maus‘ war! Der hat sich im Weltraum ganz witzig bewegt!“ / „Als ich von der Raumfahrt-Show erfuhr, fand ich das supercool! Ich interessiere mich total für Raketen und Planeten und jetzt darf ich das alles in einer Show erleben und sogar mitmachen – das ist so richtig toll!“

Auch die Lehrkräfte zeigen sich begeistert: Oliver Schulz, Klasse 4c: „Ich habe mit den Experimenten des DLR in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Ich bin gespannt, was uns jetzt live begegnet!“

Jelena Stelzer, Klasse 4a: „Ich merke schon jetzt, wie motiviert und neugierig die Kinder sind! Es ist schön zu sehen, wie viel Vorfreude dieser Ausflug zum Thema Raumfahrt bei allen auslöst.“

Ulrike Berndt, Klasse 4b: „Die Einladung in die Raumfahrt-Show ist für meine Kinder etwas Besonderes. Die Kinder waren total begeistert. Gerade in diesem Alter sind Begegnungen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besonders wertvoll, da die Kinder eine große, natürliche Neugier und Begeisterung mitbringen. Sie erleben die Forschenden persönlich und das Thema Weltraum wird somit greifbar, nah und verständlich. Diese Begegnungen können Begeisterung wecken und den Kindern zeigen, dass Wissen und Forschung etwas Erreichbares sind. Wer weiß, vielleicht wird eine oder einer meiner 23 Schülerinnen und Schüler tatsächlich mal eine Astronautin oder ein Astronaut?“

Schulleiterin Birgit von Glahn unterstreicht: „Welch großartige Möglichkeit für unsere Kinder, um zu erfahren, dass Physik auch Spaß machen kann! Die Mischung aus Unterhaltung, Action und fundierter Wissensvermittlung macht unsere Kinder hoffentlich zu den Forschenden der Zukunft.“

Die Grundschule am Göteborgring ist mit ihrer Jahrgangsstufe 4 im März ebenfalls dabei. Dazu Elenor Dürhagen (4d): „Ich finde es toll, dass wir da hinfahren, weil wir da neue Sachen kennen lernen können.“ Elenors Mutter ergänzt: „Toll, dass die Kinder beim DLR spannende Einblicke sammeln können – Staunen ist garantiert! Ich würde selbst mitkommen."

Jördis Logan ist Lehrkraft an der Schule: „Ich freue mich, dass die Schüler*innen Wissenschaft und Forschung hautnah und mit Spaß erleben können. Ich bin gespannt, wie sie nach der Show über ihre Ideen und Wünsche für die Zukunft denken und ob oder was genau sich durch die ‚Zeitreise in die Zukunft‘ bei ihnen verändert hat.“

Kiel im europäischen Wissenschaftslicht

Die Aufführung der DLR_Raumfahrt_Show in Kiel ist Teil des europäischen Projekts Science Comes to Town, mit dem Kiel gemeinsam mit Brest (Frankreich) und Split (Kroatien) im Jahr 2026 Wissenschaft mitten in die Stadtgesellschaft bringt. Neben der DLR-Show werden auch die Kinderuni, ein europäischer Jugend-forscht-Wettbewerb (EUCYS) und viele weitere Veranstaltungen stattfinden.

„Die DLR-Show fällt genau in unser ‚Science-Comes-to-Town‘-Jahr – das ist perfektes Timing“, hob Renate Treutel hervor. „Kiel wird leuchten als Stadt, die Talente fördert, Wissen ansprechend präsentiert und Wissenschaft reizvoll macht.“

Kontakt Projektleitung/Kommunikation:
Landeshauptstadt Kiel
Referat für Wirtschaft
Janin Thies (Kommunikationsreferentin Science Comes to Town)
E-Mail
Telefon +49 431 901 1535
Handy +49 151 51894306

 
Luka Žuvić ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ozeanografie und Fischerei in Split.
 

9.2.2026 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

Wissenschaft sichtbarer machen

Wie ein kroatischer Forscher das Verständnis für Meeresschutz fördert.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Beim Betreten eines Labors mit Salzwasserbecken voller Fische erklärt Luka Žuvić, wie sich der Klimawandel auf die Ernährungsökologie und Fortpflanzungsbiologie des Atlantischen Blauflossenthuns auswirkt – und wie sich die Art anpasst.

Ein Thema, das vielen zunächst fern erscheinen mag. Doch in einem Land, in dem Fischerei und Aquakultur eine wichtige Rolle für Wirtschaft und nationale Identität spielen, bewegt sich Žuvićs Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft. „In Kroatien sind Meeres- und Umweltwissenschaften eng mit dem Leben der Menschen verbunden, weil Fischerei, Aquakultur, Tourismus und Küstenentwicklung ein großer Teil unseres Alltags sind“, sagt Žuvić, Doktorand am Kroatischen Institut für Ozeanografie und Fischerei in der Adriastadt Split.

Zugleich ist er einer der kroatischen Botschafter für Science Comes to Town (SCTT), ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt, das wissenschaftliche Forschung zugänglicher machen und junge Menschen für Naturwissenschaften begeistern will. Das Projekt startete am 20. Januar in Split mit einer Konferenz, an der Partnerinstitutionen, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, politische Entscheidungsträger und Forschende teilnahmen. Neben Split richten auch Brest (Frankreich) und Kiel (Deutschland) ein Jahr lang Veranstaltungen aus, die Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenbringen.

Der 31-Jährige ist Teil des Young Researchers’ Career Development Project, eines von der Kroatischen Wissenschaftsstiftung finanzierten Promotionsprogramms. Seine Forschung zum Atlantischen Blauflossenthun baut auf einem Stiftungsprojekt zur Reproduktionsfähigkeit von Zuchtthunfischen auf, insbesondere zu deren Geschlechtsreife und spontaner Fortpflanzung in Gefangenschaft – mit Bedeutung für die Wiederherstellung der natürlichen Bestände in der Adria. Zudem untersucht er die Ernährungsökologie der Tiere durch Mageninhaltsanalysen mittels DNA-Metabarcoding und morphologischer Verfahren. Mit geometrischer Morphometrie verbessert er darüber hinaus die Identifizierung junger Thunfische und verwandter Arten. Ziel ist es, das Verständnis der ökologischen Zusammenhänge in der Thunfischzucht zu vertiefen, das Management von Fischfarmen zu optimieren und nachhaltige Aquakultur sowie Fischereiforschung zu fördern.

Im Austausch mit der Küstengemeinschaft

Der Kontakt zur lokalen Bevölkerung ist für Žuvićs Arbeit entscheidend. Gespräche mit Fischern helfen ihm, die Lebensgewohnheiten des Blauflossenthuns besser zu verstehen und die Auswirkungen von Meeresverschmutzung einzuordnen. „Sie sind auch neugierig auf die Biologie und Ökologie des Blauflossenthuns“, sagt er über die Fischer und betont, dass der Austausch von Forschungsergebnissen mit Nicht-Wissenschaftlern allen zugutekommt. „Manchmal bleibt wissenschaftliche Forschung unsichtbar“, erklärt er. „Deshalb müssen wir als Forschende aus unseren Institutionen und Laboren herausgehen und auf die Öffentlichkeit zugehen, um zu zeigen, woran wir arbeiten. Das schafft Vertrauen in Wissenschaft und Forschung.“

Öffentlichkeitsarbeit schärft zugleich das Bewusstsein für menschengemachte Veränderungen der Meeresumwelt durch Verschmutzung und andere Eingriffe. Žuvić beteiligt sich an Aktionen zur Entfernung von Plastik und anderem Müll aus der Adria, der Meeresarten direkt bedroht. Räuber wie der Blauflossenthun sind besonders gefährdet, Abfälle aufzunehmen, die durch Fischtrawler aufgewirbelt werden. „Sie sind sehr opportunistische Fische, die Trawlern folgen und alles fressen“, sagt er. Um die Folgen zu veranschaulichen, zeigt er Studierenden mitunter den Mageninhalt von Thunfischen. „Wenn man einen Plastikflaschendeckel im Magen eines Blauflossenthuns findet, ist das besorgniserregend“, so Žuvić. „Wissenschaft kann ein wirkungsvolles Mittel sein, Neugier in praktische Lösungen zu verwandeln.“ Die Weitergabe von Forschungsergebnissen trage dazu bei, das öffentliche Bewusstsein zu stärken und das Verständnis für menschliche Einflüsse auf die Meeresumwelt zu vertiefen.

Die Forschung hat auch wirtschaftliche Bedeutung für Kroatien. Das aromatische Fleisch des Atlantischen Blauflossenthuns ist für Sushi und andere Rohfischgerichte sehr begehrt. Überfischung brachte die Bestände Anfang der 2000er-Jahre jedoch beinahe zum Kollaps. Obwohl sich die Populationen im Atlantik und im Mittelmeer erholt haben, werden die Fangmengen weiterhin durch Vereinbarungen der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik reguliert. Kroatien war Vorreiter bei der Entwicklung kommerzieller Aquakultur als Alternative zum Hochseefang und stellt rund zehn Prozent der EU-Produktion von gezüchtetem Blauflossenthun – Japan ist ein wichtiger Exportmarkt.

Europäische Zusammenarbeit mit Tradition

Kroatien beteiligt sich seit 2007 – und damit sechs Jahre vor dem EU-Beitritt – an den europäischen Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation. Für Žuvić sind EU-Fördermittel und die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern entscheidend für die kroatische Wissenschaft. Im Rahmen der SCTT-Auftaktkonferenz präsentierten das Institut für Ozeanografie und Fischerei, die Universität Split und weitere lokale Einrichtungen ihre Projekte auf einer Wissenschaftsmesse, unter anderem zu Robotik und einem EU-LIFE-Projekt zum Schutz von Haien und Rochen im Mittelmeer.

„Ich hoffe, dass Science Comes to Town die wissenschaftliche Bildung und Neugier der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Studierenden, stärkt und zeigt, dass Wissenschaft nichts Fernes oder Abstraktes ist, sondern unseren Alltag unmittelbar betrifft“, sagt Žuvić abschließend. „Letztlich hoffe ich, dass solche Projekte zu einer Gesellschaft beitragen, die Wissen und kritisches Denken schätzt – und dass wir mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse langfristig nachhaltig handeln.“

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT.

 
Foto: Jürgen Haacks, Uni Kiel
 

07.01.2026

Kiel startet in europäisches Pionierprojekt

Wissenschaftsjahr beginnt mit Raumfahrtshow, Kinderuni und EU-Auftakt

Mit einer spektakulären Raumfahrtshow, einer europaweiten Kinder-Universität, der Teilnahme am internationalen Auftakt in Kroatien und einem gut gefüllten Veranstaltungskalender starten Kiel und die Region in das neue EU-Projekt „Science Comes to Town“. Gemeinsam mit den Partnern Brest (Frankreich) und Split (Kroatien) gehört Kiel zu den drei ersten europäischen Städten und Regionen, die diese neue Initiative 2026 umsetzen – und bringt damit Forschung direkt in das Herz des öffentlichen Lebens.

Mehr als 70 internationale Einrichtungen und die Europäische Universität der Meere (SEA EU) gestalten über 1.000 Veranstaltungen und Formate – von Wettbewerben und Citizen Science Projekten bis zu Live Shows. Schon im Januar ist der Terminkalender gut gefüllt mit Vorträgen, Ausstellungen und Konferenzen, einsehbar auf der internationalen Projektseite www.sctt-2026.eu und ihrem regionalen Pendant www.sctt-2026.de.

„Science Comes to Town“ steht für ein Jahr, in dem Wissenschaft und Alltag zusammenfinden und zentrale Themen wie Meeresschutz, kulturelles Erbe, die Förderung junger Talente sowie Gesundheit und Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen.

Schleswig-Holstein als Teil eines europäischen Aufbruchs

In Deutschland wird das Projekt von der Stadt Kiel und der KielRegion GmbH koordiniert. Beide setzen auf bewährte Erfahrung: Als einzige deutsche Region zählt die regelmäßige Teilnahme an der European Researchers’ Night hier seit Jahren zur Tradition in der Wissenschaftskommunikation.

„Dass Kiel die deutsche Stimme in dieser europäischen Premiere ist, macht uns stolz“, sagt Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel. „Wissenschaft ist mehr als Wissen – sie ist eine wichtige Grundlage für Vertrauen und Zusammenhalt in Europa. Mit Science Comes to Town bringen wir Forschung dahin, wo Menschen Fragen stellen, diskutieren und Vertrauen in gemeinsame Lösungen entwickeln. Das ist gelebte Demokratie.“

Ministerpräsident Daniel Günther, Schirmherr des Projekts, betont: „Kiel und die KielRegion stehen stellvertretend für unser modernes, forschungsstarkes Land zwischen den Meeren. Science Comes to Town zeigt, wie Europa durch Wissen zusammenwächst und wie Regionen voneinander lernen können. Wenn Wissenschaft greifbar wird, stärkt das nicht nur die Innovationskraft, sondern auch das Miteinander über Grenzen hinweg.“

„Unsere Stärke liegt darin, die gesamte KielRegion zu vernetzen und die Menschen einzubeziehen", sagt Ulrike Wielatt, Geschäftsführerin der KielRegion. „Wissenschaft bildet die Basis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen und ist eine zentrale Stärke unserer Region. Wir wollen mit Science Comes to Town die Wissenschaft zu den Menschen in unserer Region bringen und auch junge Menschen ermutigen, Fragen zu stellen, sich einzubringen und sich als Teil dieses europäischen Ideenraums zu verstehen."

Science Comes to Town“ wird von der EU mit sechs Millionen Euro gefördert und gilt als neues europäisches Flaggschiff für Wissenschaftskommunikation im öffentlichen Raum. Nach Kiel, Brest und Split werden 2027 weitere Städte die Initiative übernehmen – als fortlaufendes Netzwerk, das Europas Wissenschaftslandschaft enger verknüpft.

Pressetermine im Januar im Überblick:

Montag, 12. Januar, 10 bis 11 Uhr, im Konzerthaus am Schloss, Eingang am Wall 74: Pressetermin DLR_Raumfahrt_Show „Eine Zeitreise in die Zukunft“ (am 19. und 20. März im Konzerthaus am Kieler Schloss / offizieller Start der Ticketvergabe); mit:

  • Bürgermeisterin Renate Treutel – Landeshauptstadt Kiel
  • Tobias Scharfenberger – Konzerthaus am Schloss
  • Lukas Roß, Geschäftsfeldentwickler – DLR Institut f. Maritime Energiesysteme Kiel<
  • Tobias Bohnhardt – Leiter des DLR School Lab Berlin und Moderation DLR Show Kiel (online dazu geschaltet).<

Eine interaktive Bühnenshow des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt richtet sich an Schüler*innen der Jahrgangsstufen 4 bis 6. Rund 5.000 Kinder können die Show kostenlos besuchen. Für Startchancen Schulen in Kiel und dem Kieler Umland werden kostenlose Shuttlebusse bereitgestellt. Auf lehrreiche und unterhaltsame Weise stellt die Show aktuelle Forschung und Zukunftsvisionen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und Verkehr vor. Die Ticketvergabe startet nach dem Pressetermin. Pressevertreter*innen sind eingeladen, sich im Rahmen dieses Termins über das bevorstehende Event und die Verbindung zwischen Wissenschaft, Stadt, Bildung und Kultur im Sinne von Science Comes to Town zu informieren.

Dienstag, 20. Januar, ab 9 Uhr – Offizielle Eröffnung in Split: Zum feierlichen Auftakt öffnet der Hrvatski Dom in Split seine Türen für die offizielle Auftaktveranstaltung mit Vertreter*innen der Europäischen Kommission, der Städte und Regionen Kiel, Brest und Split, Projektpartner*innen, Wissenschaft und Medien. Auf dem Programm stehen neben Grußworten eine Projekteinführung, eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion sowie zwei parallele Panels. Zudem steht eine Ausstellung in den Diokletian-Kellern (UNESCO-Weltkulturerbe) und die Bekanntgabe der Gewinner*innen des internationalen Co Creation Wettbewerbs auf dem Programm.

Das Ereignis wird live auf der Website übertragen. Medienvertreter*innen, die nicht vor Ort sein können, werden gern mit einem Reporting, Fotos, Ansprechpersonen und O-Tönen versorgt.

Mittwoch, 28. Januar, um 14 Uhr, Großes Hörsaalgebäude HAW Kiel - Hörsaal 6, Sokratesplatz 6, Kiel-Dietrichsdorf – Gemeinsamer Start der Kinderunis in Kiel, Brest und Split.

Europaweit beginnen neue, kostenlose Vorlesungsreihen für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, die neugierig machen auf Forschung und Entdecken. In Kiel wird das beliebte Format wieder aufgenommen. In Brest und Split feiert es Premiere. In Kiel sind Pressevertreter*innen herzlich eingeladen, die erste Vorlesung an der HAW Kiel zu verfolgen. Thema: Wie Kühe „ticken“ von Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, Fachbereich Agrarwirtschaft. Einleitende Worte sprechen Bildungs- und Wissenschaftsministerin Dorit Stenke und HAW-Präsident Björn Christensen.

Kontakt Projektleitung/Kommunikation:
Landeshauptstadt Kiel
Referat für Wirtschaft
Janin Thies (Kommunikationsreferentin Science Comes to Town)
E-Mail
Telefon +49 431 901 1535
Handy +49 151 51894306

 
 
 

15.12.2025

Kinderuni back in town HAW Kiel, IPN Kiel und CAU lassen beliebtes Format wieder aufleben

Kostenfreie Tickets ab sofort verfügbar

2026 ist es wieder so weit: Im Rahmen des von der Europäischen Union finanzierten Projekts „Science Comes to Town 2026“ (SCTT) können junge Entdecker*innen in die spannende Welt der Wissenschaft eintauchen.

Das Projekt Science Comes to Town (SCTT) bringt die Kinderuni zurück nach Kiel. Professor*innen der HAW Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erklären kindgerecht und interaktiv Zusammenhänge aus ihren jeweiligen Fachgebieten. Insgesamt wird es sechs Vorlesungen für Kinder von 8 bis 14 Jahren geben.

Den Anfang macht Prof. Katrin Mahlkow-Nerge vom Fachbereich Agrarwirtschaft der HAW Kiel am 28. Januar 2026. In ihrer Vorlesung „Das Wesen der Kuh – Kühe besser verstehen. Woher wissen wir, was unsere Tiere fühlen und brauchen?“, erklärt die Agrarwissenschaftlerin das vielschichtige Sozialverhalten von Kühen. Am 18. Februar 2026 sorgt Prof. Kay Schmidt-Rethmeier vom Fachbereich Informatik und Elektrotechnik für Hochspannung: „Pflaster oder Rettungswagen? Finde heraus, wann und wieso ein kleiner Stromschlag nur kribbelt, und ein großer gefährlich sein kann!“ ist seine Vorlesung betitelt. Eine dritte Vorlesung findet am 18. März statt.

„Die Vorlesungen sind eine wunderbare Gelegenheit für Kinder, Wissenschaft hautnah zu erleben und ihre Fragen direkt an Forscher*innen zu richten“, sagt Sabrina Schönfeld vom Jugendcampus der HAW Kiel. Ihre Mitstreiterin Dörte Heller ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir dieses besondere Programm gemeinsam mit älteren Schüler*innen der Toni-Jensen-Schule bei uns umsetzen können." Diese unterstützen bei der Organisation des Programms, dem Aufbau der Technik und übernehmen die Moderation.

Die erste der drei Vorlesungen findet von 14:00 bis 15:30 Uhr im Großen Hörsaalgebäude (Hörsaal 6) der HAW Kiel statt. Zum Auftakt der Kinderuni gibt es besondere Gastredner*innen. Die beiden folgenden Vorlesungen sind dann von 14:30-15:30 Uhr. Bis zu 300 junge Wissenschaftsbegeisterte können sich an den interaktiven Vorträgen und den anschließenden Fragerunden beteiligen. Erwachsene Begleitpersonen verfolgen die Vorlesung per Live-Stream im Hörsaal gegenüber.

Der Besuch ist kostenfrei, Tickets für die erste Vorlesung können schon jetzt über das Online-Ticketsystem bestellt werden. Einlass ist ab 13:45 Uhr.

In der zweiten Jahreshälfte übernehmen dann das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und die CAU. Die Veranstaltungen finden am 7. Oktober, 4. November und 9. Dezember 2026 im Audimax statt. Christine Köhler, Leiterin der Kieler Forschungswerkstatt, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass die Kinderuni im Rahmen von Science Comes to Town endlich wieder stattfindet. Dass dabei neben dem bewährten Konzept auch Neuerungen einfließen, wie zum Beispiel die Einbindung der älteren Schüler*innen der Toni-Jensen-Schule in Zusammenarbeit mit der HAW Kiel, ist eine gewinnbringende Weiterentwicklung.“

Die Kinder- und Schüleruni Kiel startete 2008 zunächst mit einem Schwerpunkt auf marinen Themen aus den verschiedenen Fachbereichen des Exzellenzclusters Future Ocean. Bis zum Semester 2018/2019 wurde sie von der Kieler Forschungswerkstatt organisiert und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) gefördert. Mehr als 20.000 Schüler*innen hatten die insgesamt fast 60 Veranstaltungen der beliebten Vorlesungsreihe auf dem Campus der Uni Kiel besucht.

Im Rahmen der Initiative „Science Comes to Town“ veranstalten die drei europäischen Küstenstädte Brest, Kiel und Split 2026 ein Jahr der Wissenschaft. In Brest und Split findet das Format Kinderuni zum ersten Mal statt. Dort sind die Vorlesungen am 28. Januar dem Leben im Watt und unter der Meeresoberfläche gewidmet.

Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Forschung wider. Weder die Europäische Union noch die bewilligende Stelle können für diese verantwortlich gemacht werden.

Kontakt Science Comes to Town Projektleitung/Kommunikation:

Landeshauptstadt Kiel
Referat für Wirtschaft
Janin Thies (Kommunikationsreferentin Science Comes to Town)
E-Mail
Telefon +49 431 901 1535
Handy +49 151 51894306

 
Ana Marušić ist Professorin für Anatomie und Leiterin des Departments für Forschung in Biomedizin und Gesundheit an der Medizinischen Fakultät der Universität Split in Split, Kroatien.
 

1.12.2025 | Reihe: Botschafter*innen für Science Comes to Town

Städte rücken die Wissenschaft ins Rampenlicht

2026 will Science Comes to Town Forschende und Öffentlichkeit in Brest, Kiel und Split – und darüber hinaus – enger miteinander vernetzen.

Autor: Timothy Spence (aus dem englischen übersetzt)

Wenn drei europäische Städte im kommenden Jahr eine Initiative zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und Zusammenarbeit starten, wird sich ein Großteil der Aktivitäten voraussichtlich nicht im Labor, sondern im öffentlichen Raum abspielen.

Das sind gute Nachrichten für Ana Marušić. Die Ärztin und Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Split in Kroatien setzt sich für eine enge Verbindung zwischen „Town and Gown“, also Stadt und Wissenschaft, ein. Ihr Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in die Forschung einzubeziehen, das Bewusstsein für öffentliche Gesundheit zu schärfen und das Interesse junger Menschen an Wissenschaft zu wecken. „Verantwortungsvolle Forschung und Innovation können nicht im Elfenbeinturm stattfinden und nur Fragen beantworten, die für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler relevant sind“, sagt Marušić, die dem Department für Forschung in Biomedizin und Gesundheit vorsteht und das Zentrum für evidenzbasierte Medizin leitet. „Die Rolle der Universität besteht darin, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Gesellschaft zu tragen – aber auch darauf zu hören, was der Gesellschaft wichtig ist und was sie braucht.“

Drei Städte, vereint durch Wissenschaft

Von diesen Bestrebungen dürfte Marušić im Rahmen von Science Comes to Town (SCTT) profitieren – einem neuen europäischen Projekt, das die Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft hervorheben und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit stärken will. Mit Unterstützung der Europäischen Kommission planen die drei Städte Split, Brest (Frankreich) und Kiel (Deutschland) mehr als 1.000 öffentliche Veranstaltungen, Workshops und Wettbewerbe für Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen, Forschende, Unternehmen und politische Entscheidungsträger. Das einjährige Projekt startet am 20. Januar in Split mit einer Konferenz unter Beteiligung von Partnerinstitutionen, Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie europäischen Politikern.

So weit die Städte geografisch auch voneinander entfernt liegen mögen – sie verbindet einiges. Alle drei liegen an der Küste und beherbergen führende regionale Forschungseinrichtungen, die an SCTT beteiligt sind. Die Universität der Westbretagne in Brest, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Universität Split gehören zur SEA-EU-Allianz, einem Zusammenschluss von neun europäischen Küstenuniversitäten, die Forschung, Studierendenaustausch und nachhaltige Entwicklung voranbringen wollen. „Diese Universitäten haben eine sehr starke Verbindung zwischen Wissenschaft und Stadt“, sagt Marušić, die zu den SCTT-Botschafterinnen Splits gehört. „Es ist sehr wichtig, dass sie für die Gemeinschaft da sind, damit wir voneinander lernen und gemeinsam wachsen können.“

Europas Mangel an MINT-Fachkräften begegnen

SCTT soll auch dazu beitragen, Europas wachsende Lücke in der Ausbildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu schließen. Studien zeigen, dass fast acht von zehn kleinen und mittleren Unternehmen nicht genügend Fachkräfte mit Kompetenzen in fortgeschrittener Datenverarbeitung und Künstlicher Intelligenz (KI) finden – ein Hemmnis für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Im Gesundheitswesen beziffert die Europäische Kommission den Mangel an medizinischem Personal auf 1,2 Millionen – verursacht durch weniger Nachwuchs und eine alternde Bevölkerung mit steigendem Versorgungsbedarf.

Mehr Wissen und intensiverer Dialog können zudem das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken – in einer Zeit, in der disruptive Technologien Forschung und klinische Praxis verändern, zugleich aber Fragen zu Ethik und Verlässlichkeit aufwerfen. Aus ihrer Erfahrung in Lehre und klinischer Epidemiologie, also der Beobachtung und Kontrolle von Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung, kennt Marušić die Risiken einer übermäßigen Abhängigkeit von KI und Chatbots in Forschung und Lernen. „KI ist ein sehr gutes Werkzeug, aber man muss sehr kritisch damit umgehen“, sagt sie. „Wenn wir Denkprozesse auslagern, werden unsere neuronalen Fähigkeiten abnehmen, weil wir die Verschaltungen nicht entwickeln, die für anspruchsvolle kognitive Leistungen wichtig sind.“ Kritisches Denken sei daher zentral. KI solle als Werkzeug genutzt werden, das menschliches Urteilsvermögen und geistige Leistungsfähigkeit unterstützt – nicht ersetzt.

Die Kraft der Wissenschaftskommunikation

Split hat bereits Erfahrung darin, Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenzubringen – etwa durch Diskussionen über Forschungsethik oder durch leicht verständliche Erklärungen wissenschaftlicher Themen. Lokale Initiativen zur Stärkung von Gesundheitskompetenz und Prävention haben laut Marušićs Forschung dazu beigetragen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen zu verringern. Zudem organisiert die Universität Veranstaltungen für Schulkinder, bei denen Experimente zum Mitmachen Neugier wecken sollen.

Marušićs eigene Begeisterung für Wissenschaft begann mit dem Wunsch, Molekularbiologie zu studieren. „Aber meine Eltern sagten: Warum studierst du nicht Medizin?“, erinnert sie sich. „Ich sagte: Gut, warum nicht? Und das war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Heute praktiziert sie nicht als Ärztin, sondern lehrt Anatomie und öffentliche Gesundheit. Zudem ist sie Mitherausgeberin von ST-OPEN, einer universitären Overlay-Zeitschrift, die Studierende und Betreuende beim wissenschaftlichen Publizieren unterstützt. Neben Lehre, Forschung und Redaktionstätigkeit wirbt sie engagiert für ein Medizinstudium und rät Oberstufenschülerinnen und -schülern dazu, diesen Weg in Betracht zu ziehen – „weil es einem später eine sehr breite Perspektive auf das menschliche Leben und die Gesellschaft eröffnet“ und vielfältige berufliche Möglichkeiten bietet.

Während sich SCTT darauf vorbereitet, Wissenschaft 2026 stärker in den Alltag zu bringen, hofft Marušić auf dauerhafte Brücken zwischen Forschenden und Bürgerinnen und Bürgern in ganz Europa. „Wir können ein Schaufenster dafür sein, wie man die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft stärkt – um Wissen zu teilen, junge Talente zu gewinnen und kritisches sowie wissenschaftliches Denken im Alltag zu verankern“, sagt die. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Verbesserung von Städten und Gemeinden sei ein wichtiger Bestandteil des Projekts. 

Der Beitrag entstand im Auftrag von Science|Business. Die Organisation vernetzt politische Entscheidungsträger, Wissenschaft und Industrie durch Berichterstattung, Analysen und Veranstaltungen und ist Partner von SCTT.

 
 

Über Science Comes to Town

Der Aufruf Science Comes to Town baut auf der vorherigen Initiative „European City of Science“ auf, die alle zwei Jahre eine europäische Stadt zur Wissenschaftshauptstadt ernannte. Die letzte European City of Science war 2024 Katowice (Polen). Die Initiative trägt zum Europäischen Forschungsraum und zum Pakt für Forschung und Innovation (F&I) in Europa bei, die die Bedeutung sozialer Verantwortung sowie die aktive Beteiligung von Bürger*innen und der Gesellschaft an Forschung und Innovation (F&I) hervorheben.

Gefördert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen liegen ausschließlich in der Verantwortung der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der European Research Executive Agency wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für diese verantwortlich gemacht werden.