Detailansicht

Logo: wissenschafftzukunft kiel
Logo: Landeshauptstadt Kiel
DetailansichtDetailansicht
Logo: wissenschafftzukunft kiel

Für alle Fälle gerüstet

28.09.2016

THW Kiel-Spieler Lucas und Sebastian Firnhaber studieren an der CAU

Morgens mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen im Hörsaal, bald schon abends vor tausenden Fans in der Sparkassenarena: Wenn es nach Lucas und Sebastian Firnhaber geht, könnte dieser Traum sehr bald wahr werden. Die Brüder sind in den erweiterten Profikader des Handballbundesligaclubs THW Kiel aufgestiegen. Bereits jetzt trainieren sie regelmäßig mit Profispielern wie Domagoj Duvnjak oder Andreas Wolff. Neben ihren sportlichen Ambitionen beweisen Lucas und Sebastian auch Köpfchen: Sie studieren ab dem Wintersemester gemeinsam an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).
 
Wenn sie über den Campus laufen, sind sie kaum zu übersehen. Sebastian ist 1,97 Meter groß, Lucas 2 Meter. Als THW-Spieler erkannt werden sie dennoch nur selten: „So bekannt sind wir noch nicht“, sagt Lucas und lacht. Während Sebastian bereits an seiner Bachelorarbeit im Fach Wirtschaftsingenieurwesen sitzt, hat sich Lucas für das kommende Semester in die Studiengänge Wirtschaftswissenschaften und Sport auf Handelslehramt eingeschrieben. „Im Handball geht es manchmal ganz schnell. Eine schwerere Verletzung kann uns zurückwerfen. Durch unser Studium haben wir eine gute Absicherung“, erklärt Sebastian den Grund, warum er sich für die CAU entschieden hat. „Kaum ein Handballer kann sein ganzes Leben von seinem Gehalt, das er als Profi bekommt, leben“, ergänzt Lucas. „Deshalb ist das Studium erst recht sinnvoll.“
 
Uni und Sport seien zeitlich nicht ganz so leicht zu vereinbaren. Für ihr sportliches Ziel arbeiten sie jeden Tag. In der Woche fahren beide Sportler jeden Abend in die Halle zum TSV Altenholz. Um Spielpraxis zu sammeln, haben die Firnhaber-Brüder dort ein Zweitspielrecht für die dritte Liga: „Wir haben unseren Stundenplan so gelegt, dass es zeitlich passt. Viel Freizeit bleibt dabei natürlich nicht.“ Morgens, so ist es vereinbart, trainieren beide regelmäßig mit den Profis des THW. Für die Brüder, die seit ihrer Kindheit dem THW die Daumen drücken, ein ganz besonderes Privileg: „Es ist ungefähr mit dem Gefühl zu vergleichen, das ein Fußballer empfindet, wenn er mit Cristiano Ronaldo auf dem Platz steht“, beschreibt es Sebastian.
 
Aufgewachsen sind die Firnhabers in Buxtehude. Dort begann auch ihre Handballkarriere. Früh verließen sie ihr Elternhaus und zogen in ein Sportinternat. „Seit drei Jahren wohnen wir jetzt zusammen in einer WG in Kiel“, erzählt Sebastian. Natürlich gebe es ab und an auch Spannungen, etwa dann, wenn es um das Thema Hausarbeit ginge. „Wir können nicht mit- und wir können nicht ohneeinander“, beschreibt der 22-Jährige das geschwisterliche Verhältnis. Einen großen Anteil am Erfolg hätten ihre Eltern: „Sie haben uns nie zu etwas gedrängt, aber immer unterstützt.“ Die Früchte ihrer Arbeit sind nun sichtbar. Die Firnhaber-Brüder haben ihr Ziel, Profi zu werden, klar vor Augen. Lucas und Sebastian stehen für ihr Bundesligadebüt bereit. Jetzt warten sie nur noch auf den Anruf von Trainer Alfred Gislason.  


Kopfbild: Raissa Nickel / Uni Kiel
Foto rechts: Tobias Oertel /
Uni Kiel