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Erstmals auch geisteswissenschaftliche Angebote in der Kieler Forschungswerkstatt

18.09.2017

Zwei neue Werkstätten öffnen zum Schuljahresbeginn ihre Türen

In den Laboren der Kieler Forschungswerkstatt lernen Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen sowie angehende Lehrkräfte naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse und den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens kennen. Pünktlich zum neuen Schuljahr öffnen nun erstmals zwei geisteswissenschaftliche Werkstätten ihre Türen. Antworten auf Fragestellungen rund um das Thema Sprache erhalten Schulklassen künftig im sprach:werk. Mit historisch-politischen Themen setzen sich Schülerinnen und Schüler im zeit:werk auseinander.
 
Beide Werkstätten wurden im Projekt „Lehramt mit Perspektive an der CAU zu Kiel (LeaP@CAU)“ von abgeordneten Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den jeweiligen Fachdisziplinen und Fachdidaktiken entwickelt. Die Entwicklung und Umsetzung konkreter Angebote innerhalb des sprach:werks und des zeit:werks erfolgt in Zusammenarbeit mit Lehramtsstudierenden. Diese betreuen die Schülergruppen auch während ihres Besuches am außerschulischen Lernort und können so wichtige Praxiserfahrung sammeln. „Auch in den beiden neuen Werkstätten werden wissenschaftliche Einblicke für Schülerinnen und Schüler mit praxisorientierten Angeboten für Studierende des Lehramts verknüpft“, so die für die Lehramtsausbildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verantwortliche Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann. „Unser Ziel, forschungsbasierte Angebote für Kinder und Jugendliche sowie für (angehende) Lehrkräfte am Standort innovativ weiterzuentwickeln, setzen wir mit dem sprach:werk und dem zeit:werk motivierend für alle Beteiligten um.“
 
Im sprach:werk können Schulklassen ab sofort das Angebot „Die mittelalterliche Handschrift“ besuchen. Jugendliche ab der 9. Klasse untersuchen in der Fachbibliothek des Germanistischen Seminars der CAU mittelhochdeutsche Texte mit Blick auf verschiedene Aspekte von Sprache. An Lehr-Lern-Stationen bekommen sie erste Einblicke in die germanistische Forschung. Entwickelt wurden diese Stationen unter Mitarbeit von zwei Studentinnen am Germanistischen Seminar. Die praktische Umsetzung für das sprach:werk erfolgte gemeinsam mit Ruth Henniges, abgeordnete Lehrkraft im Projekt LeaP@CAU für die Fächer Kunst und Sprachen in der Kieler Forschungswerkstatt. Weitere Angebote, zum Beispiel zur deutschen Grammatik und zu Mehrsprachigkeit, sind derzeit in Planung.
 
„Der Besuch im sprach:werk ermöglicht Schülerinnen und Schülern nicht nur, das Fach Deutsch aus einer wissenschaftlichen Perspektive kennenzulernen, sondern auch die Universität und die Fachbibliothek Germanistik als außerschulischen Lernort zu erleben“, erläutert Jörg Kilian, Professor für Didaktik der deutschen Sprache. Inger Petersen, Juniorprofessorin für Deutsch als Zweitsprache und fachintegrierte Sprachbildung, die das Projekt innerhalb von LeaP@CAU gemeinsam mit Kilian leitet, ergänzt: „Gleichzeitig erhalten Lehramtsstudierende die Gelegenheit, Schülerinnen und Schüler anzuleiten sowie Funktionen von Sprache allgemein und verschiedenen Sprachen kritisch zu reflektieren. Somit orientiert sich das sprach:werk an den aktuellen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz sowohl für die Schulabschlüsse als auch für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung.“
 
Das zeit:werk startet mit dem Angebot „Historischer Faktencheck“. Mittelstufenschülerinnen und -schüler lernen Beiträge im Internet kritisch zu hinterfragen und zu eigenen Urteilen zu kommen. Sie erfahren, wie sie selbst Geschichte für das Netz schreiben können und wie sie auf beleidigende, falsche oder geschichtsklitternde Aussagen in sozialen Medien angemessen reagieren können. Aufgeteilt in Kleingruppen durchlaufen die Schulklassen verschiedene Stationen, die Geschichtsstudierende in Kooperation mit der Kieler Forschungswerkstatt sowie der Wissenschaftlichen Weiterbildung der CAU erarbeitet haben. Grundlage war ein Seminar von Sebastian Barsch, Professor für Didaktik der Geschichte, das Teil des Projektes „(HI)STORIES?! Legenden unter der Lupe“ ist.
 
„Für die Studierenden ist die Kooperation mit der Kieler Forschungswerkstatt ein großer Gewinn“, sagt Barsch. „Bei der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern im zeit:werk bekommen sie die Möglichkeit, theoretische Fragestellungen in der Praxis zu erproben. Diese Erfahrung wird ihnen im späteren Berufsleben sehr nützlich sein.“ Für Annika Klüter, abgeordnete Lehrkraft im Projekt LeaP@CAU für die Gesellschaftswissenschaften, ist das neue Angebot in zweierlei Hinsicht ein Erfolg. „Mit dem zeit:werk wird das Angebot der Kieler Forschungswerkstatt im Bereich der gesellschaftlichen Fächer ausgebaut. Gleichzeitig erhalten Lehramtsstudierende durch die Betreuung der Stationen auf vielfache Weise die Möglichkeit, sich im Umgang mit Schülergruppen zu erproben und die Umsetzung ihrer Ideen zu reflektieren.“
 
Die Angebote „Die mittelalterliche Handschrift“ (sprach:werk) und „Historischer Faktencheck“ (zeit:werk) sind ab sofort buchbar. Weitere Informationen unter: www.forschungs-werkstatt.de
 

 

Kontakt und Buchung sprach:werk:
Kieler Forschungswerkstatt
Ruth Henniges
info@forschungs-werkstatt.de
0431-880 5916
 
Kontakt und Buchung zeit:werk
Kieler Forschungswerkstatt
Annika Klüter
info@forschungs-werkstatt.de
0431-880 5916

 

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske
Fotos: Kieler Forschungswerkstatt