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Die Science-Slam-Szene braucht Nachwuchs

13.10.2017

"Wissenschaftler auf die Bühne!“ - ein Science-Slam-Workshop mit Dr. André Lampe

Spannende Abwechslung mit Adrenalingarantie oder Zitterpartie mit Lampenfieber: Bei einem Science Slam auf die Bühne zu treten und sein eigenes Projekt oder Forschungsthema in wenigen Minuten auf amüsante Art einem völlig fachfremden Publikum zu präsentieren, kostet zwar etwas Überwindung, ist aber kein Buch mit sieben Siegeln.

„Man sollte vor allem Lust dazu haben, Abwechslung in den Arbeitsalltag zu bringen und andere Menschen am eigenen Schaffen teilhaben zu lassen. Und man sollte gerne lachen. Alles andere kann man lernen“, fasst André Lampe die Voraussetzungen für Wissenschaftler*innen in der „Erklär-Bär-Rolle“ zusammen. In dem Science-Slam-Workshop „Wissenschaftler auf die Bühne!“ vermittelt der promovierte Physiker und Biochemiker und erfahrene Science Slammer einen „Werkzeugkasten“, mit dem sich der Einstieg in den ersten eigenen Science-Slam-Auftritt meistern lässt, und man endlich die Wissenschaft mit einem Augenzwinkern betrachten darf.

Der Workshop findet an zwei Abenden in der Phänomenta statt (13. und 14. November 2017, 18 bis circa 22 Uhr). Anmeldung und Fragen bitte an veranstaltung(at)phaenomenta.com.
 Der Workshop ist für die Teilnehmer kostenfrei. Ziel der Teilnahme ist ein Auftritt beim nächsten Science Slam in der Phänomenta (16. Februar 2018). Hier gibt es auch den Anmeldebogen zum Herunterladen (PDF, 125 KB).

Lachen und lernen wachsen heutzutage stetig zusammen. Beim Science Slam heißt es für das Publikum: Nicht bloß passiv Wissen vermittelt bekommen, sondern aktiver Teil der Veranstaltung sein, über Bewertungen der Vorträge diskutieren und Highlights auf der Bühne kommentieren. Ein Science Slam lebt genauso vom Publikum wie von den Vortragenden selbst.

Für die slammenden Wissenschaftler kann es vieles mehr bedeuten: Aus einer anderen Perspektive auf das eigene Thema blicken, kann völlig neue Wege im Forschungsalltag aufzeigen. „Ein komplettes Kapitel meiner Doktorarbeit habe ich dem Nachdenken über eine einfache Darstellung meines Forschungsthemas zu verdanken. Der Science Slam hat mich fachlich tatsächlich weitergebracht“, sagt André Lampe.

Zudem ist es Balsam für Körper, Kopf und Herz, andere zum Lachen zu bringen und dabei selbst nicht minder das Zwerchfell zu strapazieren. André Lampe weiß aus eigener Erfahrung zu berichten: „Allein durch die Stimmung bei einem Science Slam aber natürlich auch durch die positive Resonanz der Besucher stellt sich eine ganz neue Art der Motivation für die eigene Sache ein."

Und Motivation ist wichtig. Der Arbeitsalltag von Wissenschaftlern und Entwicklern – den modernen Entdeckern, Tüftlern, Erfindern und Denkern – ist zwar oft sehr spannend, kreativ und abwechslungsreich. Aber manchmal gibt es auch Durststrecken: Wochenlange Literaturrecherche, nicht enden wollende Reihenversuche oder monatelange, zähe Forschungsarbeit ohne nennenswerte Ergebnisse. Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt „Wofür und für wen mache ich das eigentlich?“.

Für die Kollegen und die Scientific Community ist die oft mühevolle und nicht selten in einer Sackgasse landende Forschungs- und Entwicklungsarbeit Alltag, nichts, was einen vom Hocker reißt. Maximal wird bei einem tollen Ergebnis oder einem abgeschlossenen Projekt gejubelt und mit einem Gläschen Sekt oder einem Bierchen angestoßen. Wenn ́s besonders gut läuft, gibt es eine Auszeichnung, eine Anschlussfinanzierung oder ein paar lobende Reden.

Bei einem Science Slam stehen Experten auf der Bühne und reißen fachfremde Menschen mit, treiben dem Publikum Lach-Tränen in die Augen. Das Ergebnis: Eine gemeinsame Begeisterung für viele spannende Fragen, die unsere großartige Welt täglich stellt.

 

 

Kopfbild: Landeshauptstadt Kiel / Kerstin Dronske